WeltkulturerbeSpeicherstadtin Hamburg wird von Philips LED-Leuchten ausgeleuchtet

© Philips

Leuchten
09/26/2015

Das Licht wird intelligent und vernetzt

Lichtinstallationen und Leuchtensysteme werden immer öfter miteinander vernetzt und mithilfe von Sensoren automatisiert. Dadurch ergibt sich enormes Einsparungspotenzial.

von Florian Christof

Noch macht die konventionelle Lampentechnik, also die klassische Glühbirne bei Philips einen großen Prozentsatz des Umsatzes aus. Wie viel genau will man nicht verraten, lediglich, dass dieser signifikant zurückgeht. Das erzählt Roger Karner, Philips Geschäftsführer für Beleuchtung im deutschsprachigen Raum im Gespräch mit der futurezone.

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Die Glühbirnen werden zunehmend von LEDs abgelöst, was auch der Bereich sei, der bei Philips am stärksten wächst, so Karner: „Im Consumer-Bereich ist unser Hue-System supererfolgreich.“ Dieses ermöglicht etwa das Steuern des Lichts per Smartphone-App. „Es zeigt einen möglichen Weg in die Zukunft der Beleuchtung, weil ich eben von konventionellen Leuchten zu digitalen Betriebsmitteln komme.“

Im Herbst wird Hue in Apples Heimautomatisierung HomeKit eingebettet. Dann wird es möglich sein, die Hue-Leuchten nicht nur per iPhone, iPad oder Apple Watch zu steuern, sondern auch per Sprachbefehl zu regeln.

Professioneller Bereich

Ein Vorzeigeprojekt für energieeffizienten und vernetzten Einsatz moderner Leuchtensysteme ist das Edge-Gebäude in Amsterdam. Dieses wurde beispielsweise komplett mit „Power over Ehternet“ (PoE) ausgestattet. Eine Technologie bei der die LEDs über das Netzwerkkabel mit Strom versorgt werden und auch über dieses angesteuert werden.

„Da jede Leuchtquelle eine IP-Adresse zugewiesen bekommt, bildet sie gleichzeitig einen Datenpunkt, über diesen sich die Stromversorgung und der Energieverbrauch regeln lässt“, erklärt Karner. Durch diese Vernetzung und der daraus gesammelten Daten kann die Energieeffizienz des Gebäudes optimiert werden.

GPS für Innen

Mithilfe codierter Lichtstrahlen kann auf vernetzte Leuchtsysteme etwa auch ein Navigationssystem für Innenbereiche aufgebaut werden. „Man braucht dafür keine zusätzliche Hardware. Denn der codierte Lichtstrahl wird von der Smartphone-Kamera und der dazugehörigen Software übersetzt und kann auf diese Weise die exakte Position des Nutzers feststellen“, erklärt Karner.

Ein solches Innen-Navi könnte etwa für Leitsysteme in Kaufhäusern, Flughäfen oder in Museen in Verbindung mit einem Audioguide genutzt werden.

Das Licht fährt mit

In Parkhäusern oder Lagerhallen, wo es extrem lange Leuchtdauern gibt, seien intelligente Lichtlösungen ein wahrer Verkaufsschlager, sagt Karner: „Durch eine entsprechende Programmierung des Lichtsystems ist es etwa nicht nötig, dass das Licht überall zu hundert Prozent brennt. So ist es etwa möglich, den Weg zur nächsten freien Parklücke auszuleuchten, während das Licht sonst auf das nötigste runtergedimmt wird.

Zum Einsatz kommt ein solches System in der Logistikzentrale des Spediteurs DB Schenker in Linz. Dort reagieren die Bewegungssensoren im Hochregallager, wenn jemand einen Regalgang betritt oder befährt. Dabei wird das Licht im jeweiligen Bereich schnell hochgefahren und nach Verlassen zeitverzögert heruntergedimmt.

Einsparungspotenzial

DB Schenker spart mit diesem „GreenWarehouse-System“ etwa 41.700 Euro pro Jahr und konnte den CO2-Ausstoß um 201 Tonnen senken. Generell verortet Philips bei intelligent vernetzten LED-Leuchtensystemen enormes Einsparungspotenzial. Allein in der Büro- und Straßenbeleuchtung könnten laut Philips in Deutschland jedes Jahr 300 bzw. 260 Millionen Euro eingespart werden.

Allerdings würden niedrige Adaptions- und Wechselraten dieses Potenzial bei weitem nicht ausschöpfen. Karner: „Hier haben wir noch einiges an Aufklärung und Überzeugungsarbeit zu leisten.“