Digital Life 10.04.2018

Datenskandal: Aus 53 App-Nutzern werden 311.127 Betroffene

Australiens Premierminister Malcolm Turnbull während einer Diskussionsveranstaltung von Facebook Australia im Juni 2016 © Bild: AP / LUKAS COCH

In Australien nutzten nur 53 Personen Aleksandr Kogans Facebook-App. Cambridge Analytica kam aber zu Daten von 311.127 Bürgern.

Welch unglaubliche Summen an Nutzerprofilen zusammenkommen, wenn nicht nur Daten jener Personen gesammelt werden, die eine Persönlichkeitstest-App verwenden, sondern auch auch die Daten ihrer Freunde, das zeigt sich an einem kuriosen Beispiel. Wie der Guardian berichtet, nutzten nur 53 Australier jene App des Forschers Aleksandr Kogan, mit der Cambridge Analytica Daten bei Facebook sammelte. Insgesamt sind aber 311.127 Australier von dem Datenskandal betroffen. Dabei handelt es sich um Freunde der 53 App-Nutzer sowie Freunde von App-Nutzern aus dem Ausland.

Die Rechnung ergibt einen Faktor von 5870. Noch krasser wird das Verhältnis, wenn man sich Zahlen aus Neuseeland ansieht. Dort gab es nur 10 Nutzer der App "This Is Your Digital Life". Cambridge Analytica besaß allerdings Daten zu 64.000 Neuseeländern (Faktor 6400). Die Zahlen überraschen selbst Cybersecurity-Experten. "Wenn ich blind drauflosraten sollte, weiß ich nicht, was ich gesagt hätte, aber so niedrig hätte ich die App-Nutzer-Zahl nie eingeschätzt", meint Nigel Phair von der University of Canberra.

Facebook hat damit begonnen, weltweit Nutzer über ihre mögliche Verwicklung in die Datensammlung von Cambridge Analytica in Botschaften aufzuklären, die in den Newsfeeds der Nutzer erscheinen. Wer sich sofort Klarheit darüber verschaffen will, ob die britische Datenanalysefirma, die unter anderem Donald Trump sowie der Brexit-Kampagne zu ihren Siegen verholfen haben soll, persönliche Informationen über das eigene Facebook-Profil besitzt, kann dies über eine Option in den Hilfeseiten des Social Network tun.

( futurezone ) Erstellt am 10.04.2018