Digital Life
03/26/2011

"Die App-Ära steht erst am Anfang"

Die Entwicklung auf dem Markt für Handy-Applikationen verläuft rasant. Alles, was bislang ins Rollen gekommen ist, soll erst der Beginn einer neuen Revolution im Telekommunikationssektor sein, so der Tenor hochrangiger Branchenkenner auf dem Mobile World Congress in Barcelona.

"Weltweit gibt es heute fünf Milliarden Mobilfunknutzer, eine beachtliche Zahl die innerhalb von nur 20 Jahren erreicht wurde. Beim Festnetz hat es 100 Jahre gedauert, um auf eine Milliarde zu kommen", veranschaulichte Ericsson-Chef Hans Vestberg die rasante Weiterentwicklung im Mobilfunksektor im Rahmen der Keynote "The Power of Applications" auf dem Mobile World Congress.

Mit dem Smartphone-Boom erlangten auch die mobilen Applikationen schnell große Berühmtheit, in den USA laden bereits 20 Prozent aller Smartphone-Nutzer jeden Tag eine App herunter. Das alles sei erst der Beginn: "In den nächsten 20 Jahren werden wir die wahre Revolution auf dem Mobilfunksektor erleben" ist Vestberg überzeugt.

Laut dem Ericsson-Chef baut die Entwicklung rund um die Miniprogramme auf drei wesentlichen Säulen auf: Mobilität, Breitband und der Cloud. Ausgehend davon werde der Weg zur vernetzten Gesellschaft bereitet.

Frage der Monetarisierung

Die Frage, wie mit den mobilen Apps Geld zu verdienen ist, wird immer dringlicher. Zur Wahl stehen bisher im Wesentlichen zwei Optionen: Kostenpflichtige Anwendungen und werbefinanzierte, kostenlose Anwendungen. Martin Sorell, Chef der WPP Group, geht davon aus, dass In-App-Werbung künftig eine wichtige Rolle spielen wird. Er glaubt allerdings auch, dass nicht nur Apps Gewicht haben werden, sondern vor allem die mobile Internetnutzung via Browser zentral sein wird.

Vestberg geht nicht davon aus, dass mit Unterhaltungs-Apps in Zukunft das große Geld zu machen ist. "Eine viel wichtigere Rolle werden Business-Anwendungen, E-Health- und E-Government-Applikationen spielen. Dafür werden die Leute Geld bezahlen."

Die Wholesale Applications Community (WAC) will sich für branchenweite Standards einsetzen, die das Geldverdienen für alle erleichtern sollen, wie Peters Suh, Chef der Vereinigung, betonte. Gleichzeitig sollen Entwickler davon profitieren, ihre Apps nicht mehr für jeden Betreiber einzeln machen zu müssen, sondern einheitliche, plattformübergreifende Vorgaben haben.

Weniger ist mehr

Bei HTC setzt man auf das Prinzip "Weniger ist mehr". "Wir haben kein Interesse an einem eigenen App Store oder dergleichen. Wir versuchen darauf zu hören, was die Nutzer sich wünschen und integrieren die wirklich wichtigen Apps in unseren Geräten", so HTC-CEO Peter Chou. Es gebe Unmengen an Applikationen, aber nur wenige seien wirklich bedeutend. "Eine für die Menschen wichtige Applikation ist zum Beispiel Facebook, also haben wir Facebook in unsere Handys integrier", erläuterte Chou. Bei den zwei der neuen HTC-Smartphones wurde ein eigener Facebook-Knopf am unteren Rand des Geräts angebracht, über den die User direkt Inhalte mit anderen teilen können.

HTC-Chef begrüßt Nokia/Microsoft
Der HTC-Chef zeigte sich auf Nachfrage durchaus erfreut über die neue Partnerschaft von Nokia und Microsoft. "Wir arbeiten schon lange mit Microsoft zusammen und sind einer der wichtigsten Partner für Windows Phone 7." Die Partnerschaft mit Nokia sei positiv und werde das mobile Ökosystem stärken, so Chou.

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