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Projekt Die Jagd auf die DNA österreichischer Popmusiker.

 
  - Foto: /maxuser/iStockphoto
Eine mysteriöse Genetik-Firma hat bekannten österreichischen Musikern DNA-Tests zugeschickt. Die Aktion ist Teil eines Biotech-Thrillers, der von Studenten inszeniert wurde.

Spoilerwarnung: Wer den mysteriösen Fall selber untersuchen möchte, sollte nicht weiterlesen und stattdessen hier mit eigenen Nachforschungen beginnen.

Einige österreichische Popmusiker haben in den vergangenen Wochen Pakete mit Sets zur Entnahme von Speichelproben für DNA-Untersuchungen erhalten. Unter den Empfängern waren etwa Nino aus Wien und Fuzzman, der Absender war eine Firma namens "Edge Genetics", die angeblich gerne das Erbgut der Musiker gesammelt hätte.

Auf der futurezone-Webseite sind gleichzeitig unter einem Artikel über Kopftransplantationen Postings aufgetaucht, die interne Mails von Edge Genetics beinhaltet haben, in denen von einem Unfall mit gefährlichen Bakterien in Wien die Rede war. Das hat die Neugier der Redaktion geweckt. Bei der Recherche tauchte schnell eine Organisation namens Bioethics Taskforce auf, die vor den Machenschaften von Edge Genetics warnt. In einem Video rät ein Herr mit Wollmaske dazu, keinesfalls DNA an Edge Genetics zu senden, auch wenn die Firma auf ihrer Webseite mit 300 Euro lockt.

Die Seite von Edge Genetics wurde laut WhoIs-Eintrag in Südkorea registriert und das Unternehmen soll an einer Adresse residieren, an der eigentlich das umstrittene Gentechnikunternehmen Sooam eingetragen ist. Weitere Nachforschungen führten schließlich zum Betreiber des Anti-Edge-Genetics-Forums, der das Rätsel für uns gelöst hat: Die ganze Geschichte ist ein von den zwei Game-Designern Anna Dremsek und Matthias Leihs inszeniertes Projekt für eine Digital-Storytelling-Übung mit Komparatistik-Studenten der Uni Wien.

Sowohl Edge Genetics als auch die Bioethics Taskforce sind frei erfunden. "Wir wollten über die Einbeziehung der Popmusiker Reaktionen erzeugen und eine Geschichte erzählen, die nicht auf den ersten Blick als Geschichte erkennbar ist. Die einzelnen Bausteine wurden von den Studenten ausgearbeitet", sagt Matthias Leihs.

Geschichten erzählen

Insgesamt 30 Pakete wurden im Verlauf der Aktion an österreichische Musiker verschickt. Danach wurden auf deren Facebook-Seiten Warnungen vor Edge Genetics platziert. Die ganze Aktion folgt einem vorgefassten Script, das aber von langer Hand vorbereitet wurde.

Die Homepages etwa wurden schon 2015 angemeldet und mit Links und Content befüllt. In den kommenden Wochen soll die Handlung der Geschichte vorangetrieben werden, indem neue Hinweise in Form von Rätseln im Netz auftauchen werden. Internetnutzer sind angehalten, diesen Spuren zu folgen, um zu erfahren, wie es weitergeht.

Die Studentenaktion soll neben der Unterhaltung auch Denkanstöße bieten. "Wir wollen Aufmerksamkeit für das Thema Bioethik schaffen und hatten in der Vorbereitung auch einen Gastvortrag von einem Experten zu dem Thema in unserer Vorlesung", sagt Leihs. Als Spiel funktioniert das Projekt jedenfalls gut. Die futurezone hatte einigen Spaß mit der mit Fortdauer der Geschichte immer fantastischer anmutenden Handlung. Laut Leihs könnte es in Zukunft noch weitere Projekte wie dieses geben.

(futurezone) Erstellt am 25.07.2016, 06:00

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