© Jakob Steinschaden

DLD 2012
01/23/2012

Dropbox: "Steve Jobs hat keinen Preis genannt"

Auf der Konferenz DLD in München äußerte sich Dropbox-Gründer Drew Houston erstmals zu den Übernahmeversuchen von Apple. Steve Jobs hätte bei einem Treffen gemeint, dass Dropbox kein eigenständiges Produkt, sondern nur ein Feature sei.

von Jakob Steinschaden

Als "Rockstar der Internet-Branche" wurde Dropbox-Gründer und Chef Drew Houston auf der DLD-Konferenz in München angekündigt. Der Cloud-Speicher-Dienst hält derzeit bei 50 Millionen Nutzern, pro Sekunde soll ein neuer dazukommen. Die Firma wird derzeit mit vier Mrd. US-Dollar bewertet und soll laut Houston, einem Ex-MIT-Studenten, profitabel sein. Branchenkennern zufolge sollen etwa vier Prozent der Nutzer für zusätzlichen Cloud-Speicher zahlen, der Rest der Nutzer verwendet die kostenlosen Basis-Accounts.

Übernahmeversuch von Apple
Neue Nutzer bekommt Dropbox vor allem durch Freundesempfehlungen und virale Funktionen, Werbung für den Dienst hätte man noch nie geschaltet. Der Erfolg von Dropbox hat auch den im Dezember 2011 verstorbenen Apple-Chef Steve Jobs aufhorchen lassen. In einem Treffen mit Houston hatte er verkündet, Dropbox übernehmen zu wollen. "Jobs hat keinen Preis genannt", so Houston. Er hätte Dropbox nicht als eigenständiges Produkt, sondern lediglich als Feature gesehen. "Ihr werdet es schwer haben, es in mobile Plattformen zu integrieren", soll Jobs gemeint haben. Houston wollte aber trotzdem nicht verkaufen.

Konkurrenzdruck
Derzeit sieht sich Dropbox mit zunehmender Konkurrenz durch große Player wie Apple und Google konfrontiert. Houstons Rezept: Dropbox soll auf möglichst vielen Plattformen (Smartphones, Betriebssystemen, etc.) vertreten sein. Houston strebt dazu auch vermehrt Partnerschaften mit Hardware-Herstellern wie HTC an, wo Dropbox tief in die Software integriert wird. Angst vor anderen Start-ups, die seinen eigenen Dienst in Sachen Funktionen über und in Sachen Premium-Kosten unterbieten, hat der Dropbox-Gründer nicht: "Wenn es so leicht wäre, hätten es schon viele andere Firmen besser gemacht als wir."

Angst vor Sicherheitslecks
Das 250-Millionen-Dollar-Investment, das Dropbox kürzlich bekommen hat, werde deswegen in neue Mitarbeiter und eine neue technische Infrastruktur gesteckt. Die größten Herausforderungen für Houston: Sicherheitslecks wie jenes vor einigen Monaten, als Passwörter einiger Nutzer kurze Zeit offenlagen, sowie die Verlässlichkeit des Services.

Houston selbst bezeichnete sich als den "klassischen Geek". Im Alter von fünf hätte er zu programmieren begonnen. Weil er einmal einen USB-Stick mit wichtigen Daten zu Hause vergessen hätte, sei er auf die Idee von Dropbox gekommen. "Wenn ich nicht Dropbox machen würde, würde ich das Problem lösen, wie man in Social Networks, wo man hunderte Freunde hat, gezielt Inhalte teilen kann."

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