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Brief Entwickler übt massive Kritik an Facebook.

Foto: rts
Ein US-Entwickler kritisiert das soziale Netzwerk in einem offenen Brief massiv, Facebook sei unter anderem eine "verdorbene Plattform" und wäre nur an Werbeeinnahmen interessiert. Facebook hatte sein Startup abgelehnt, da es eine Konkurrenz zum eigenen App Center darstellen würde.

Freie Software-Entwickler sind verärgert über einen zunehmend restriktiven Umgang von Sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter mit Schnittstellen zu diesen Online-Plattformen. Jetzt hat sich ein Internet-Unternehmer in den USA mit einem weit beachteten Offenen Brief an Facebook-Chef Mark Zuckerberg gewandt und diesem vorgeworfen, es gehe ihm nicht mehr um die Nutzer, sondern nur noch um Werbe-Einnahmen und den Börsenkurs.

Facebook sei eine "verdorbene Plattform"
„Du hast ein Geschäft aufgebaut, das finanzielle Motive verfolgt, die nicht im Einklang mit den Interessen von Nutzern und Entwicklern sind", wetterte Dalton Caldwell, Gründer der noch im Aufbau befindlichen Sozialen Plattform App.net. „Dein Unternehmen, und Twitter auch, hat bewiesen, dass es die Nutzer und unabhängige Entwickler verarschen will, alles im Namen der Werbeeinnahmen", fügte Caldwell hinzu. Er habe kein Vertrauen mehr, dass sich diese Entwicklung aufhalten lasse. Deshalb sei er entschlossen nie wieder eine Zeile Programmcode für „zutiefst verdorbene Plattformen" wie Facebook oder Twitter zu schreiben.

Kaufangebot von Facebook
Auslöser für den Offenen Brief war laut Caldwell ein Treffen mit Facebook-Managern. Dabei habe er einen neuen Dienst auf der Facebook-Plattform vorstellen wollen, erklärte Caldwell. Die Manager des Unternehmens hätten ihm aber erklärt, dass sein Projekt mit dem kürzlich eingeführten App Center von Facebook in Konkurrenz stehen würde. Facebook habe sich daraufhin bereiterklärt, Caldwells Unternehmen zu kaufen.

Google: "Wir wollen niemanden hinters Licht führen"
Von Facebook gab es zunächst keine Reaktion auf den Offenen Brief. Dafür meldete sich der hochrangige Google-Manager Vic Gundotra zu Wort. Sein Unternehmen sei kritisiert worden, dass es noch keine Schnittstelle zum Sozialen Netzwerk Google+ bereitgestellt habe, an die Entwickler dann eigene Anwendungen andocken könnten. Gundotra betonte aber, dass Google bei der Bereitstellung von Software-Schnittstellen (APIs) den Entwicklern die Zuversicht vermitteln wolle, „dass die Innovationen, die sie bauen, eine langfristige Perspektive haben". „Ich bin nicht daran interessiert, Entwickler hinters Licht zu führen", schrieb Gundotra.

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(dpa) Erstellt am 02.08.2012, 12:00

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