Digital Life
13.08.2015

Ermittlungen nach "Flammenwerfer"-Posting eingestellt

Jener Porsche-Lehrling, der nach einem Hassposting entlassen wurde, muss nicht vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft Wels fand keinen Straftatbestand.

Die Staatsanwaltschaft Wels hat ihre Ermittlungen nach dem "Flammenwerfer"-Posting eines Lehrlings in einem sozialen Netzwerk eingestellt. Sie fand keinen Straftatbestand, berichteten die Oberösterreichischen Nachrichten (Donnerstag-Ausgabe).

Keine Verhetzung laut Staatsanwalt

Der Bursch kommentierte das Pressefoto eines syrischen Mädchens, das wegen der Hitze eine Wasserdusche nahm, mit den Worten: "Flammenwerfer währe (sic!) da die bessere Lösung." Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft stellte zur Einstellung der Ermittlungen fest, eine gefährliche Drohung liege nicht vor, weil niemand konkret bedroht wurde. Auch der Tatbestand der Verhetzung sei nicht erfüllt.

Allerdings verlor der junge Mann seine Lehrstelle: "Wir lehnen jegliche Art der Diskriminierung strikt ab", argumentierte sein Arbeitgeber. Auch die Entschuldigung des Lehrlings im Internet wegen des "großen Fehlers" und, dass ihm die Mutter des syrischen Mädchens verzeiht, änderte daran vorerst nichts mehr. Sie habe laut den Oberösterreichischen Nachrichten sogar ihre Betreuer gebeten, den früheren Chef des Lehrlings zu kontaktieren und diesen um die Rücknahme der Kündigung zu bitten.

Porsche würde Fall noch einmal prüfen

Die Betreuer waren der Bitte bislang noch nicht nachgekommen, es sei nicht deren Aufgabe, dass der Lehrling seinen Job wiederbekommt. Porsche beharrt offenbar auf seiner Entscheidung, würde aber bei einer entsprechenden Anfrage der Mutter eine Ausnahme machen und den Fall nochmals prüfen. Neben dem 17-jährigen Porsche-Lehrling sorgte auch der Fall einer Supermarkt-Angestellten für Aufregung, die einen ähnlich verhetzenden Kommentar veröffentlichte und gekündigt wurde.