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Auszeichnung Europäischer Erfinderpreis für steirischen NFC-Pionier.

Der österreichische Elektroingenieur Franz Amtmann
Der österreichische Elektroingenieur Franz Amtmann - Foto: APA/HEINZ TROLL
Der Steirer Franz Amtmann und sein Kollege, der Franzose Philippe Maugars, erhalten den Europäischen Erfinderpreis für die Entwicklung der Funktechnologie NFC.

Der steirische Elektroingenieur Franz Amtmann ist am Donnerstag gemeinsam mit seinem französischen Kollegen Philippe Maugars mit dem Europäischen Erfinderpreis in der Kategorie "Industrie" ausgezeichnet worden. Amtmann von NXP Semiconductors Austria in Gratkorn (Steiermark) war maßgeblich an der Entwicklung von Near Field Communication (NFC), einem einfachen Datentransfer-Verfahren, beteiligt.

Der Europäische Erfinderpreis wird seit 2006 jährlich vom Europäischen Patentamt (EPA) in den fünf Kategorien Industrie, Forschung, kleine und mittlere Unternehmen (KMU), außereuropäische Staaten sowie Lebenswerk vergeben. Dazu kommt ein Publikumspreis, über den per Online-Votum im Internet entschieden wird. Mit der Auszeichnung sollen herausragende Erfinder bzw. Teams von Entwicklern gewürdigt werden, deren Arbeiten besonders zum gesellschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Fortschritt beigetragen haben.

Weitverbreitete Technologie

Die NFC-Technologie ist heute weitverbreitet. Sie kommt bei Skilift- oder Zutrittskarten ebenso zum Einsatz wie beim Bezahlen kleiner Beträge mit der Bankomatkarte an der Supermarktkasse oder bei der Informationsübertragung von Smart Posters. "NFC eröffnet eine Vielzahl neuen Nutzungsoptionen für Smartphones, Tablets und andere mobile Endgeräte. Zahlreiche Funktionen verschmelzen in einem einzigen, multifunktionalen Gerät", würdigte EPA-Präsident Benoît Battistelli die Erfinder.

"NFC birgt einen immensen gesellschaftlichen Nutzen: Die Technologie eröffnet vielseitige Perspektiven, direkt mit der Umwelt zu interagieren - und revolutioniert damit die moderne Welt der Kommunikation." Die Erfindung von Amtmann und Maugars gehört heute zu den Technologiestandards im Mobilfunk: In jedem dritten Handy, das auf dem Markt erhältlich ist, ist ein NFC-Chip verbaut.

Basis RFID

Die Near Field Communication basiert auf dem Prinzip der RFID (radio-frequency identification), einer Technologie zum automatischen und berührungslosen Erkennen von Objekten durch elektromagnetische Kopplung zur Energie- und Datenübertragung. Eines der Pionierprojekte auf diesem Gebiet war die kontaktlose Chipkartentechnik MIFARE. Diese wurde von einem Team, dem auch Franz Amtmann angehörte, in den 1990er-Jahren in der Firma Mikron in Gratkorn entwickelt. Zur verschlüsselten Datenübertragung wird dabei ein schwaches magnetisches Feld genutzt.

Entwicklung aus Gratkorn

Schließlich sei 2002 die Grundidee für NFC in Gratkorn entwickelt worden, beschrieb Amtmann anlässlich seiner Nominierung die Technologie gegenüber der APA. "Neu an NFC war damals, dass ein und dasselbe Device einmal als Reader arbeitet, also bestimmte Informationen auslesen kann, etwa von Smart Posters, und auch die Kartenfunktionalität hat, um etwa Zutrittsberechtigungen nachzuweisen, oder als weitere Möglichkeit eine "Peer to Peer"-Kommunikation erlaubt", so Amtmann.

Amtmann, 1963 in Hartberg (Steiermark) geboren, studierte Elektrotechnik an der Technischen Universität Graz und begann nach seinem Abschluss 1991 bei der Firma Mikron zu arbeiten. Das Unternehmen wurde 1995 von Philips Semiconductors übernommen und ist heute Teil von NXP. Amtmann ist an mehr als 50 Patenten und Patentanmeldungen beteiligt, die sich mit RFID-Technologie befassen, und hatte auch bedeutenden Anteil an verschiedenen technischen Standards in diesem Bereich.

(apa) Erstellt am 11.06.2015, 12:39

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