Digital Life
11.12.2017

Ex-Facebook Manager: Facebook zerstört die Gesellschaft

„Es gibt keinen zivilgesellschaftlichen Diskurs, keine Kooperation, nur Fehlinformation und Misstrauen“, sagt der frühere Vice President für Nutzerzuwachs bei Facebook.

Ein weiterer, früher hochrangiger Facebook-Manager hat sich negativ über seinen ehemaligen Arbeitgeber geäußert. Chamath Palihapitiya, zuvor Vice President für Nutzerzuwachs bei Facebook, hat an der Business School von Stanford einen Vortrag gehalten, berichtet The Verge.

Er fühle eine enorme Schuld, wenn es um Facebook gehe: „Ich denke wir haben ein Werkzeug geschaffen, das das soziale Gewebe der Gesellschaft zerstört. Die kurzfristigen, Dopamin-getriebenen Feedbackschleifen, die wir mit Herzen, Likes und Daumen nach oben kreiert haben, zerstören wie die Gesellschaft funktioniert.“

Er führt weiter aus: „Es gibt keinen zivilgesellschaftlichen Diskurs, keine Kooperation, nur Fehlinformation und Misstrauen. Das ist kein amerikanisches Problem, es geht nicht um russische Werbeschaltungen. Es ist ein globales Problem.“

Als Beispiel nennt er einen Zwischenfall in Indien. Aufgrund einer Fake-Meldung über eine Entführung, die sich per WhatsApp verbreitete, wurden sieben unschuldige Männer gelyncht. „Das ist, womit wir es zu tun haben. Stellt euch vor, das wird auf die Spitze getrieben, wenn bestimmte Akteure große Gruppen von Menschen manipulieren, um alles zu tun, was sie wollen.“

Er sagt, dass er so wenig wie möglich soziale Netze nutzt und seine Kinder „diese Scheisse nicht verwenden dürfen.“ Etwas später findet er aber doch noch positive Worte für Facebook und sagt, dass das Unternehmen überwiegend Gutes in der Welt tut.