Digital Life
27.02.2012

Facebook dementiert SMS-Lauschangriff

Ein Bericht der "Sunday Times" sorgte am Wochenende für große Aufregung. Demnach soll Facebook über seine Android-App auf die SMS-Nachrichten seiner Nutzer zugreifen und diese mitlesen. Das Unternehmen dementiert dies nun. Der Schreib- und Lesezugriff der SMS-Nachrichten soll "technische Gründe" haben.

Dass Apps ungefragt das Adressbuch des Smartphones an Firmenserver schicken, zeigte sich erst kürzlich bei Path und Twitter. Facebook soll aber laut einem "Sunday Times"-Bericht noch neugieriger sein. Der Konzern habe eingestanden, die Inhalte von SMS-Textnachrichten mitzulesen, die die Android-Nutzer verschicken (die futurezone hat berichtet). Dies sei Teil eines Versuchslaufs. Die Erkenntnisse sollen in eine eigene Kurznachrichten-Funktion einfließen.

Auf Anfrage des "Business Insider" erklärte das Netzwerk am Montag, dass niemand im Unternehmen Textnachrichten der App-Nutzer lesen würde. Es gebe lediglich eine Voreinstellung der Facebook-App im Android-Store, die den Schreib- und Lesezugriff gestatte. Diese werde eingeholt, weil Facebook Tests mit Produkten durchgeführt habe, die die SMS-Funktion benötigt hätten, allerdings seien Nutzer davon nicht betroffen gewesen. Es gehe Facebook lediglich um die Integration dieser Funktionen.

Facebook berief sich unter anderem auch darauf, dass auch viele andere Apps diese Art des Zugriffs ebenfalls erlauben würden, wenn es zum Beispiel darum gehe, die standardmäßig voreingestellte SMS-Software durch eine App zu ersetzen. Überdies könnten SMS auch für Bezahlzwecke genutzt werden. Das würde allerdings keinesfalls bedeuten, dass Facebook an einer entsprechenden Entwicklung arbeite. Es seien nur Beispiele.

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