Digital Life
09.07.2015

Facebook fragt, was man im News Feed sehen will

Facebook-Nutzer können nun Freunde und Seiten auswählen, deren Beiträge sie am Beginn des News Feed angezeigt bekommen. Dieser Bereich bleibt auch werbefrei.

Facebook erleichtert Nutzern die Kontrolle darüber, welche Inhalte in ihrem Nachrichtenstrom auftauchen. Sie können nun unter anderem auswählen, Neuigkeiten von welchen Freunden prominenter dargestellt werden sollen. Bisher wurde die Reihenfolge oft nur von Facebooks Software bestimmt.

Ohne Werbung

Die Nutzer können nun bis zu 30 Freunde und Seiten auswählen, von denen sie alle bei Facebook geposteten Inhalte ohne Auslassungen sehen wollen, wie das weltgrößte Online-Netzwerk am Donnerstag erläuterte. Diese Inhalte werden dann im Nachrichtenstrom oben angezeigt. Zugleich soll es ein neuer Auswahlbildschirm mit einer Liste „entfolgter“ Facebook-Freunde einfacher machen, sie wieder ins Blickfeld aufzunehmen. Eine weitere neue Funktion soll personalisierte Vorschläge machen, welchen Künstlern, Medien oder Unternehmen ein Nutzer bei Facebook folgen könnte.

Die neue Funktion, die den Namen "See First" trägt, stellt einen ungewöhnlichen Schritt für das soziale Netzwerk dar. Ein Algorithmus bestimmt üblicherweise, welche Inhalte angezeigt werden. Dazu werden zahlreiche Variablen im Hintergrund ermittelt, der Nutzer hatte bisher kaum Möglichkeiten, diesen Filter aktiv zu beeinflussen. Besonders ungewöhnlich und risikoreich für Facebook: Der "See First"-Bereich soll werbefrei bleiben. Der Nutzer muss also bis an das Ende scrollen, um wieder Werbung zu sehen.

1,4 Milliarden Mitglieder

"See First" ist ab sofort in der iOS-App verfügbar, für Android und den Desktop soll die Funktion in den nächsten Wochen folgen. Das Online-Netzwerk hat mehr als 1,4 Milliarden Mitglieder und Nutzer haben inzwischen zum Teil hunderte Facebook-Freunde angesammelt. Um eine Informationsüberflutung zu vermeiden, greift Facebook zu Algorithmen, die Inhalte für den Newsfeed der Nutzer auswählen. Dabei wird unter anderem berücksichtigt, mit wem man häufiger auf der Facebook-Plattform interagiert.