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Facebook-Gewaltvideo aus Wien nicht mehr abrufbar

Ein seit dem Wochenende auf Facebook zigtausendfach geteiltes Gewaltvideo, auf dem zu sehen ist, wie eine 15-Jährige in Wien-Donaustadt von mehreren Jugendlichen verprügelt wird, ist seit Dienstagabend nicht mehr abrufbar, berichtete die "Zeit im Bild" des ORF. Das Video war in dem Sozialen Netzwerk bis zum Nachmittag mehr als viereinhalb Millionen Mal angesehen worden.

Usern, die das Video wegen Verherrlichung von Gewalt meldeten, war von Facebook zuvor ausgerichtet worden, dass es geprüft worden sei. Facebook habe dabei "festgestellt, dass es nicht gegen unsere Gemeinschaftsstandards verstößt". Auch die in dem Fall zuständige Staatsanwaltschaft St. Pölten nahm mit dem US-Unternehmen Kontakt auf. "Wir wollen erreichen, dass das Video von Facebook aus dem Netz genommen wird", hatte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft zur APA gesagt.

Traumatisiertes Mädchen

Jene 15-Jährige, die in dem Video in Wien-Donaustadt von mehreren Jugendlichen brutal geschlagen, beschimpft und mit einem Video von der Tat auf Facebook verhöhnt wurde, ist laut ihrer Anwältin "traumatisiert". "Ich werde schauen, dass sie therapeutische Hilfe bekommt", sagte Rechtsvertreterin Astrid Wagner am Dienstagabend zur APA.

Das Mädchen habe eine schwere Verletzung erlitten und dabei auch einen Zahn verloren, erläuterte Wagner. Sie werde jedenfalls Schmerzengeld beantragen. Die 15-jährige Niederösterreicherin musste nach einem Kieferbruch operiert werden, hatte die Polizei zuvor mitgeteilt.

Die mutmaßliche Haupttäterin wurde inzwischen festgenommen. Sie wird in zwei weiteren Fällen von Körperverletzung verdächtigt. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten beantragte die Verhängung der Untersuchungshaft für die ebenfalls 15-Jährige. Die Entscheidung darüber war noch ausständig.

Reaktionen

Justizminister Wolfgang Brandstetter hatte sich am Dienstag zu dem Fall zu Wort gemeldet. Man müsse Facebook in rechtsstaatlichen Verfahren dazu zwingen, Gewaltvideos zu entfernen. futurezone-Chefredakteurin Claudia Zettel sieht Aufholbedarf bei den rechtlichen Rahmenbedingungen für Facebook.

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