Kontaktdaten-Streit
11/11/2010

Facebook: Google ist Wendehals bei "Offenheit"

Nach dem Import-Stopp von Kontakt-Daten von Gmail zu Facebook hat das Online-Network einen Umweg gefunden. Gleichzeitig wird Google vorgeworfen, nur "offen" zu sein, wenn die Kunden nicht drohen, davon zu laufen.

von David Kotrba

Der Streit zwischen Google und Facebook über den Austausch von Kontakt-Daten geht in die nächste Runde. Nachdem Google seine Contact API Schnittstelle für Facebook sperrte, weil das Social Network keinen wechselseitigen Kontakte-Austausch ermöglichte, fand Facebook einen anderen Weg, um Gmail-Kontakte zu importieren. Das wiederum veranlasste Google zu der Aussage, es sei "bedauerlich", "dass Facebook seine Zeit nicht eher zur Entwicklung von Möglichkeiten eingesetzt hat, Usern den Daten-Export aus Facebook zu ermöglichen." Der Schlagabtausch wurde nun fortgesetzt:

Facebook-Ingenieur Mike Vernal führt Google in einem Statement auf dem Technologie-Blog TechCrunch den eigenen Standpunkt vor Augen, der noch vor weniger als einem Jahr vertreten wurde. Damals argumentierte Google die fehlende Export-Möglichkeit auf seinem eigenen Social Network Orkut damit, dass "Freunde" auf einem Netzwerk es meist nicht wünschen, dass ihre E-Mail-Addressen an Drittanbieter weitergegeben werden.

Google lehnte Kontaktdaten-Export bei Orkut ab

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Vernal wirft Google vor, dass der Kontakt-Daten-Export von Orkut zu Facebook möglich war, als Orkut in Brasilien und Indien hohe Zuwächse verzeichnete. Als sich das Blatt zugunsten von Facebook wendete, änderte Google seine Öffnungs-Politik ganz einfach. Dasselbe geschehe nun bei Gmail. Währenddessen fahre Facebook einen konsistenten Kurs, wonach keine E-Mail-Adresse von "Freunden" exportiert werden können, sondern einzig eine Freundes-Liste.

Man hoffe nun, dass Google die Blockade seiner Contact API gegenüber Facebook aufhebe und nicht "eine weitere Ausrede erfinde, um User davon abzuhalten, Google-Produkte zu verlassen und andere zu benutzen, die ihnen besser gefallen." Dass Google genau das ermöglichen will, wie auf dem eigenen Blog data liberation festgehalten wird, bezweifelt Vernal.

Facebook gibt seinen Trumpf nicht einfach her

Worum es im Grunde geht, ist der Zugang zu Facebook-Daten, hält CNET fest. Google will eine Öffnung von Facebook, um an sozial erstellte Daten zu gelangen - ein Gebiet, auf dem Google noch Aufholbedarf hat. Facebook will seine Daten dagegen auf der eigenen Plattform behalten, um ein exklusiver Vertriebskanal für Werber zu bleiben. Einzig Partner von Facebook werden mit sozialen Daten versorgt. Nutzer von Microsofts Bing-Suchmaschine erhalten etwa seit Anfang Oktober Hinweise, ob bestimmte Suchergebnisse den Facebook-Freunden "gefallen".

Der ursprüngliche Versuch von Google, den Kontakte-Import von Gmail-Konten auf Facebook zu verhindern, um Druck auf Facebook auszuüben, ist jedenfalls gescheitert. Facebook-Ingenieure haben in Windeseile einen Weg um die Contact-API-Blockierung gefunden. Sie nützten die Funktion von Google aus, Kontakte als CSV-Datei herunterzuladen. Dieser Vorgang, sowie das anschließende Hochladen der CSV-Datei auf Facebook ist nun mit einem Klick möglich.

Mehr zum Thema:
Google verweigert Facebook Kontakt-Daten

(David Kotrba)

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