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Digital Life
10/20/2019

Facebook kann 35-Milliarden-Dollar-Klage nicht stoppen

US-Richter erteilen Facebook eine Abfuhr und lassen eine Sammelklage wegen der Gesichtserkennung auf dem Online-Netzwerk zu.

2015 wurde die Sammelklage gegen Facebook eingebracht. Nun dürfte sie endlich verhandelt werden, berichtet Techcrunch.  In dem Rechtsstreit werfen Bürger des US-Bundesstaates Illinois dem Online-Netzwerk vor, ihre Fotos ohne Zustimmung mit Gesichtserkennungstechnologie analysiert zu haben Facebook drohen Schadenersatzzahlungen von 1000 bis 5000 Dollar pro Nutzer. 7 Millionen Leute in dem US-Bundesstaat können sich der Klage anschließen. In Summe könnte Facebook also bis zu 35 Milliarden Dollar Strafe zahlen müssen.

Seit 2011 im Einsatz

Facebook hatte 2011 damit begonnen, Gesichtserkennung bei Nutzerfotos anzuwenden. Damit sollten Freunde automatisch auf Fotos erkannt werden. Ein Richter verwies darauf, dass die Gesichtserkennungsdaten auch zu anderen Zwecken genutzt werden könnten, etwa um Nutzer in Aufnahmen von Überwachungskameras zu identifizieren. Facebook wies die Anschuldigungen zurück, Nutzer seien sehr wohl über den Einsatz der Technologie informiert worden, hieß es in einer Stellungnahme.

Oberster Gerichtshof kann Klage noch stoppen

Das Online-Netzwerk versucht seit 2015 die Klage zu blockieren. Nun kann sie aber nur noch vom Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten gestoppt werden. Im Falle einer Verurteilung würden die drohenden Strafzahlungen die zuletzt von der US-Verbraucherschutzbehörde FTC verhängte 5-Milliarden-Dollar-Strafe wegen Datenschutzverstößen im Cambridge-Analytica-Skandal weit überschreiten.