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Facebook lässt weiter diskriminierende Werbung zu

Das US-Politmagazin „Pro Publica“ hat Facebook erneut beim Einsatz diskriminierender Werbekategorien ertappt. Wie „Pro Publica“ mitteilte, wurden in der vergangenen Woche Dutzende US-Wohnungsinserate bei Facebook in Auftrag gegeben, die bestimmten Nutzern nicht gezeigt werden sollten - beispielsweise Afroamerikanern, Juden oder Menschen, die sich für Rollstuhlrampen interessieren. In den USA ist diskriminierende Werbung in den Bereichen Kredit-, Wohnungs- und Stellenmarkt illegal.

Die stiftungsfinanzierte Recherchegruppe „ProPublica“ hatte bereits 2016 aufgedeckt, dass Werbetreibende auf Facebook ihre Wohnungsanzeigen nur an Weiße richten konnten. Obwohl der US-Konzern, eines der größten Werbe-Unternehmen der Welt, daraufhin beteuerte, seine Richtlinien zu verbessern, seien in der vergangenen Woche fast alle Anzeigen innerhalb weniger Minuten online gestellt worden, hieß es.

„Technischer Fehler“

In einer schriftlichen Reaktion bedauerte Facebook den Vorgang und sprach von einem „technischen Fehler“. Durch das Anti-Diskriminierungssystem seien bereits Millionen von Anzeigen identifiziert worden. Aber: „Wir können uns noch verbessern.“

Erst im September hatte „ProPublica“ aufgedeckt, dass Facebook in der Vergangenheit seinen Anzeigen-Kunden ermöglichte, gezielt Antisemiten anzusprechen. Demnach konnten etwa für die Vermarktung von Nazi-Andenken oder die Promotion von rechtsradikalen Veranstaltungen Zielgruppen ausgewählt werden, die zum Beispiel „Juden-Hasser“ als ihr Interessengebiet angegeben hatten. Facebook blockierte nach dem Eklat solche Begriffe als mögliche Werbe-Kategorien.

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