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Digital Life
07/09/2019

Facebook löscht ImPulsTanz-Seite wegen Nacktbilder

Die Facebook-Seite des Wiener Festivals ist seit Ende April offline. ImPulsTanz will sich mit einem Anwalt gegen die Sperre wehren.

Die Facebook-Seite des Wiener ImPulsTanz ist wegen einer „Nacktdarstellung“ seit über zwei Monaten offline. Die Seite sei seit Veröffentlichung des Performancetrailers zum Vorverkaufsstart gesperrt, obwohl dieser auf Aufforderung von Facebook „umgehend gelöscht“ worden sei. So habe man 36.000 Abonnenten verloren, beklagte sich am Dienstag das am Donnerstag startende Festival in einer Aussendung.

Schon des öfteren sind bei Facebook teils skurrile Fälle von Kunstzensur bekanntgeworden. Laut Presseteam des Tanzfestivals, dessen aktuelle Ausgabe am Donnerstag beginnt und bis 11. August läuft, wurde die ImPulsTanz-Seite Ende April „kommentarlos“ vom Netz genommen. Daran hätten auch Einspruch per Formular und mehrmalige Versuche, Kontakt aufzunehmen, nichts geändert. Inhaltliche Reaktion von Facebook gebe es bisher keine.

Kunst mit nackten Personen eigentlich erlaubt

Die Löschung sei vor allem deshalb verwunderlich, weil laut Facebook-Gemeinschaftsstandards Bilder von Kunstformen mit nackten Personen oder Figuren erlaubt sind. „Weshalb dies für '7 Pleasures' der Choreografin Mette Ingvartsen nicht gelten soll, ist jedoch nicht nachvollziehbar.“ ImPulsTanz will nun mit einem Anwalt gegen die Sperre vorgehen. Parallel dazu wurde eine neue Facebook-Seite ins Leben gerufen.

Bei Facebook konnte man auf APA-Anfrage vorerst nicht sagen, wie es zu der Sperre gekommen ist. Man müsse zunächst prüfen, was passiert sei.

Facebook mag keine nackte Haut

Facebooks Umgang mit Nacktheit sorgt immer wieder für Kritik und kuriose Situationen. Erst Anfang Juni haben Hunderte in New York gegen die Nippel-Zensur des sozialen Netzwerkes protestiert.

Vor einem Jahr wurde von Facebook ein Foto von der "Venus von Willendorf" gelöscht, weil es gegen die Community-Standards verstößt. Auch ein Bild von der Neptunstatue, dem Wahrzeichen der Stadt Bologna, wurde gelöscht, weil es als "sexuell explizit" eingestuft wurde.