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Digital Life
06/04/2019

Hunderte Nackte demonstrierten gegen Facebooks Nippel-Zensur

Hunderte Menschen lagen vor dem Facebook-Hauptquartier in New York nackt auf dem Gehsteig um gegen das Nippel-Verbot auf dem Online-Netzwerk zu protestieren.

Ihre Körper bedeckten die Demonstranten mit Stickern von männlichen Nippeln, berichtet der Guardian. Damit protestierten sie am Sonntag gegen das Verbot auf Facebook und Instagram Bilder von weiblichen Nippeln zu veröffentlichen. Initiiert wurde die Aktion, die sich #wethenipple nennt, vom Künstler Spencer Tunick gemeinsam mit der National Coalition Against Censorship. Die Aktivisten warfen Facebook vor, mit dem Nippel-Verbot Künstler und Nutzer daran zu hindern, Geschlecht und Identität zu erkunden.

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Tunick, der für temporäre Installationen von nackten Menschen bekannt ist, läuft seit Jahren gegen Facebooks Zensurpolitik Sturm. Die Arbeiten, die er online veröffentlichen dürfe, würden sich grundlegend von denen unterscheiden, die er offline in Szene setze. Als Künstler im 21. Jahrhundert sei er aber auf Instagram angewiesen, sagte Tunick. „Es ist das Magazin der Welt.“

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In einem Schreiben an Facebook setzten sich mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen für eine Lockerung des „Nippel-Banns“ auf dem Online-Netzwerk ein. Durch die Zensurmaßnahmen würden viele Künstler davon abgehalten, ihre Arbeiten online zu teilen. Auch Museen würden daran gehindert, Ausstellungen in den Online-Netzwerken zu bewerben, wenn darin Nacktaufnahmen zu sehen seien, kritisierten die Aktivisten.

Gegen die Regeln von Facebook und Instagram machen Nutzer seit Jahren mobil. Die Netzwerke hatten zuletzt ihre Regeln adaptiert und etwa Nacktbilder zugelassen, die Akte des Protests zeigen. Auch Bilder von Tunicks Aktion sind auf Instagram zu sehen. Alles sei mit männlichen Nippeln bedeckt, teilte Tunick mit. Es gebe keinen Grund für Facebook oder Instagram diese Bilder zu sperren.