Digital Life
11.05.2018

Gefälschte Terroranschläge von Scherzkeksen sind YouTube-Renner

YouTuber, die Unbeteiligte mit Streichen in Panik versetzen, haben Millionen Fans © Bild: YouTube/Pranks Remastered

Auf der Videoplattform häufen sich Videos, in denen als Terroristen verkleidete YouTuber Passanten erschrecken.

In einem aktuellen YouTube-Video ist zu sehen, wie als IS-Terroristen verkleidete Männer ein Einkaufszentrum im Iran stürmen und dabei "Allahu Akbar" schreien. Dabei handelt es sich nicht um einen Terroranschlag, sondern um ein Scherzvideo. Ob die Besucher des Einkaufszentrums das lustig fanden, ist nicht überliefert. Im Video ist jedenfalls zu sehen, wie einige Menschen in Panik vor den verkleideten Scherzbolden flüchten.

Solche Aufnahmen sind kein Einzelfall, wie der Guardian berichtet. Im beschriebenen Fall war das Video Teil einer Marketingkampagne, der Regisseur hat sich mittlerweile dafür entschuldigt, dass er die Passanten mit der Aktion erschreckt hat. Allerdings gibt es auf Googles Videoplattform zahlreiche andere Beispiele von gefälschten Terroranschlägen, die für angeblich humoristische Zwecke durchgeführt wurden.

Verhaftungen

Üblicherweise ist auf den Aufnahmen eine Person in stereotypem arabischem Gewand zu sehen, der einen Koffer oder ein Paket vor die Füße von Passanten schmeißt und dann wegrennt. Die Reaktionen der derart aufs Glatteis geführten Opfer fallen teilweise heftig aus. Mittlerweile haben sich ganze YouTube-Kanäle auf solche Scherze spezialisiert, etwa jener von Joey Salads, der zwei Millionen Abonnenten zählt.

YouTube sieht in derartigen Inhalten kein Problem. Nur in den seltensten Fällen werden Videos von Streichen entfernt. Manchmal reagieren sogar die Behörden, ohne dass die Moderatoren und Algorithmen von YouTube Einwände erheben. In Australien sind die YouTuber "Jalal Brothers" von der Antiterroreinheit der Polizei verhaftet worden, weil sie in Videos gefälschte Terroranschläge nachgestellt und ein gefälschtes Sturmgewehr auf ein kleines Kind gerichtet hatten. Die Polizei war bis zum Verhör der Festgenommenen der Meinung, dass die Aufnahmen echt waren.