Digital Life
18.11.2014

Geheimdienst will Agenten vor Gesichtserkennung schützen

Ein automatisches System soll Fotos von Agenten so manipulieren, dass die Ähnlichkeit für Menschen, aber nicht für Maschinen, erkennbar ist.

Wie die Zeit Online berichtet, ist dem deutschen Geheimdienst BND Biometrie ein Dorn im Auge. Einerseits setzen die Behörden selbst Gesichtserkennung ein, um Verbrecher und Verdächtige zu identifizieren. Andererseits bestünde dadurch eine Gefahr für Agenten.

Aus einem Dokument, welches der Zeit Online vorliegt, geht hervor, dass der BND 2015 100.000 Euro für eine Machbarkeitsstudie für das Projekt „Schutz vor Identitätsaufklärung durch Bildmanipulation/-verfremdung“ ausgeben will. Das Ziel soll ein automatisches System sein, das die Fotos von Agenten verfälscht. Die Porträts sollen nur so stark verändert werden, dass Gesichtserkennungs-Software ausgetrickst wird. Menschen sollen das manipulierte Foto aber immer noch mit der realen Person gleichsetzen.

Tarnung schützen

Laut dem BND sollen so falsche Identitäten der Agenten geschützt werden. Damit die Tarnung glaubhaft ist, müssten fingierte Lebensläufe mit Internet-Inhalten belegbar sein. Beispiele dafür nennt der BND nicht, Zeit Online vermutet, dass damit gefälschte Facebook-Profile und Mitarbeiter-Einträge auf Websites gemeint sein könnten.

Dort veröffentlichte Porträt-Fotos könnten laut dem BND aber von Algorithmen erfasst und mit Bildern in einer Datenbank verglichen werden. Taucht so das Foto eines Agenten mehrmals mit unterschiedlichen Namen auf, könnte die Tarnung auffliegen.

Ob mit dieser Software auch biometrische Passbilder manipuliert werden sollen, geht aus den Unterlagen nicht hervor.