Digital Life
14.08.2017

Anonymous kapert Neonazi-Website "Daily Stormer"

Die bekannte Plattform für Rechtsextreme verunglimpfte eine Frau, die bei einem Anschlag auf die Demonstrationen in Charlottesville getötet wurde.

Die Hacker-Gruppierung Anonymous hat die rechtsextremistische Website "Daily Stormer" gekapert. Auf der bekannten Plattform für Neonazis und Anhänger der "Alt Right"-Bewegung ist ein Post zu finden, der mit "Das Ende des Hasses: Anonymous kontrolliert jetzt den Daily Stormer" betitelt ist. Anonymous hat nach eigenen Angaben die persönlichen Daten des Betreibers Andrew Anglin herausgefunden und will diese an Personen vor Ort weiterleiten, die "ihm einen persönlichen Besuch abstatten sollen".

Die Seite soll für zumindest 24 Stunden online bleiben, dann will man sie vom Netz nehmen und die Daten zu den Servern veröffentlichen.

Ärger mit Domainregistrar

Bereits zuvor hatte der US-Domainregistrar GoDaddy Daily Stormer aufgefordert, sich umgehend einen neuen DNS-Anbieter zu suchen. Auf der Seite sei die Frau verunglimpft worden, die am Rande einer Demonstration weißer Rassisten in Charlottesville getötet wurde, hieß es zur Begründung.

Die Internetseite Daily Stormer habe mit dem verunglimpfenden Artikel die Geschäftsbedingungen von GoDaddy verletzt, teilte das Unternehmen am Sonntag über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Daily Stormer hat lediglich seine Domain auf GoDaddy registriert, die Website selbst wird auf den Servern eines anderen Anbieters gehostet. GoDaddy wurde bereits seit längerer Zeit dafür kritisiert, lenkte aber erst jetzt ein. Neben GoDaddy kündigte fiel unter anderem auch AirBnb auf, das Neonazis während der Demonstrationen die Buchung verweigerte.

Rechtsextreme Website

Die Frau kam ums Leben, als ein Auto Polizeiangaben zufolge in eine Gruppe von Gegendemonstranten raste. 19 weitere Menschen wurden verletzt, fünf von ihnen schwer. Der Fahrer des Fahrzeugs befindet sich Sicherheitskräften zufolge in Polizeigewahrsam.

Der Daily Stormer ist eine Neonazi-Seite weißer Rassisten. Sie steht in Verbindung mit der rechtsextremistischen Bewegung, die die Kundgebung am Samstag in Charlottesville organisiert hatte. GoDaddy wurde 1997 gegründet und hat seinen Sitz im Bundesstaat Arizona. Weltweit beschäftigt das Unternehmen 6000 Mitarbeiter.