Digital Life
04.08.2014

Google scannt E-Mails auf Kinderpornografie

Ein US-Amerikaner wurde festgenommen, nachdem Google in seinem E-Mail-Konto Kinderpornografie entdeckt hat. Der Fall sorgt für Diskussionen.

Der Fall einer Festnahme eines Mannes in Houston wegen Kinderpornografie sorgt derzeit für Aufsehen. Laut dem TV-Sender KHOU soll Google die Behörden benachrichtigt haben, nachdem der Konzern Kinderpornografie im Gmail-Konto des Beschuldigten entdeckte. „Er hat diese Bilder in seinem E-Mail-Konto aufbewahrt. Ich kann diese Informationen und Bilder nicht sehen, aber Google kann es“, so Detective David Nettles, der verantwortliche Ermittler.

Mit Hilfe des Tipps konnte ein Durchsuchungsbefehl in Auftrag gegeben werden, der Beschuldigte war bereits als Sexualstraftäter registriert. Dabei konnten weitere belastende Inhalte gefunden werden, er wurde verhaftet und eine Kaution von 200.000 US-Dollar ausgesprochen.

Meldepflicht, aber keine Suchpflicht

Google scannt Bilder bereits seit 2006 automatisch auf ihren Inhalt und blockiert oder meldet Kinderpornografie. Bislang war jedoch nicht klar, ob Google das auch bei seinem E-Mail-Dienst Gmail tut. In den Nutzungsbedingungen von Gmail ist jedoch explizit festgehalten, dass Google den Inhalt von E-Mails für Werbung und aus „Sicherheitsgründen“ scannt. Das US-Recht verpflichtet Unternehmen dazu, Kinderpornografie sofort zu melden, wenn derartige Inhalte bemerkt werden. Laut Business Insider gibt es jedoch keinerlei Verpflichtung, aktiv danach zu suchen.