Digital Life
12.09.2015

Google und Twitter wollen selbst Nachrichten ausspielen

Nach Facebook wollen auch Goolge und Twitter Nachrichten künftig direkt auf ihren eigenen Plattformen ausspielen. Die New York Times ist mit an Bord.

Nachdem Facebook angekündigt hat, mit "Instant Articles" Nachrichtenbeiträge von kooperierenden Medien künftig direkt auf der eigenen Plattform ausspielen zu wollen (die futurezone berichtete hier und hier), ziehen Google und Twitter mit einer eigenen Initiative nach, wie ReCode schreibt. Im Herbst wollen die beiden Internet-Giganten eine gemeinsame Plattform vorstellen, über die journalistische Beiträge ebenfalls direkt auf den Plattformen von Google und Twitter ausgespielt werden können. die New York Times arbeitet bereits an der internen Implementierung, wie ReCode berichtet. "Wir arbeiten mit Google und sind sowohl als Verlag als auch als Technologiedienstleister involviert", sagt "New York Times"-Sprecherin Eileen Murphy. Der britische Guardian soll ebenfalls mit an Bord sein.

Die Plattform von Google und Twitter soll im Gegensatz zu Facebooks Angebot quelloffen gestaltet werden. Nutzer sollen auf mobilen Geräten Nachrichten von Medienhäusern öffnen können, ohne dass sie die Plattform von Google beziehungsweise Twitter verlassen müssen. Im Gegensatz zu Facebooks Instant Articles wollen Google und Twitter die journalistischen Inhalte nicht direkt auf ihren Servern hosten. Stattdessen sollen die Artikel über Google Cache ausgespielt werden. Für die Nutzer soll das vor allem schnellere Ladezeiten bringen.

Für die Verlage hat der Ansatz den Vorteil, dass die Werbeeinschaltungen eins zu eins erhalten bleiben und bei einem Zugriff über Google oder Twitter mit ausgespielt werden. So bleibt der Werbekuchen bei den Medienhäusern. Das Layout der Artikel bleibt ebenfalls unverändert. Google und Twitter sehen ihr neues Angebot als Gegenentwurf zum proprietären Facebook-System und hoffen, dass auch andere Plattformen die Technologie nutzen wollen. Das Angebot soll im Herbst mit einigen ausgewählten Medienpartnern starten. Deutschsprachige Teilnehmer sind derzeit nicht bekannt.