Digital Life
29.11.2016

Hacker erpressten Kunden von Liechtensteiner Bank

Prominente Kunden der Bank, unter anderem Politiker und Schauspieler, sollten zehn Prozent ihres Guthabens in Bitcoin an Kriminelle überweisen.

Kunden der Liechtensteiner Valartis-Bank sind einem Zeitungsbericht zufolge Opfer von Erpressern geworden. Diese forderten die Kunden - darunter Politiker und Schauspieler - auf, zehn Prozent ihres Guthabens in der Internetwährung Bitcoin an sie zu überweisen, berichtet die deutsche Zeitung "Bild am Sonntag".

Das Blatt beruft sich auf E-Mails, die die Bank-Kunden am Freitag in ihren Postfächern gefunden hätten. Sollte nicht gezahlt werden, wollen die Erpresser am Mittwoch Daten an Finanzbehörden und Medien weiterreichen.

Nach China verkauft

Erst vor wenigen Tagen waren Unbekannte in die Systeme der Valartis-Bank eingedrungen. Das Institut räumte ein, Opfer eines Hackerangriffs geworden zu sein. "Wir haben die Behörden eingeschaltet, die Ermittlungen laufen", zitierte "Bild am Sonntag" Bankchef Andreas Insam.

Bei der Valartis-Bank wie auch bei Citychamp war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Anfang des Jahres hatte der chinesische Investor Kwok Lung Hon über die Firma Citychamp Watch & Jewellery Group die Mehrheit an der Liechtensteiner Valartis-Bank von der in der Schweiz gelisteten Valartis-Gruppe übernommen.

Österreich-Tochter verkauft

Die österreichische Tochter Valartis Bank (Austria) war für 13 Mio. Euro an die Wiener Privatbank gegangen. Der Verkauf der Privatbanken in Österreich und Liechtenstein war Teil der Neuausrichtung der Valartis-Gruppe, die nun als saniert gilt. Der Verkauf des Österreich-Geschäfts hatte der Bankengruppe heuer aber noch einmal Verluste gebracht.