Die Cyber Security Challenge 2019 ist gestartet

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Digital Life
05/08/2019

Hacker gesucht: "Auch Zehnjährige verstehen, was ein sicheres Passwort ist"

Ab sofort werden im Rahmen der Cyber Security Challenge wieder die besten Hacker Österreichs gesucht.

Alle, die ihr Können im Bereich Cybersicherheit unter Beweis stellen wollen, haben ab sofort wieder die Möglichkeit. Bereits zum achten Mal sucht die Cyber Security Challenge die besten österreichischen Hacker und Nachwuchstalente im Bereich IT-Security. Einmal mehr gibt es verschiedene Kategorien und Altersklassen. Neben dem Bewerb für die 14- bis 20-Jährigen und die 21- bis 25-Jährigen gibt es mit der Österreichischen Staatsmeisterschaft auch wieder eine offene Klasse für alle über 25 Jahren.

Während es für die Jugendlichen und in der offenen Klasse um Herausforderungen im Bereich Web, Crypto, Reverse Engineering, Exploitation und Forensik geht, findet im Rahmen des Wettbewerbs auch wieder die Einsteiger-Challenge Level1 statt, bei dem sich alle Interessierten auch ohne Hacking-Vorkenntnisse dem Thema annähern und knifflige Aufgabenstellungen lösen können. Im Vorjahr haben über 6000 Menschen dabei mitgemacht, vor allem auch junge Schülerinnen und Schüler sollen angesprochen werden.

Schon in Volksschule Thema

"Cybersicherheit geht uns alle an, jeder braucht ein Basiswissen bei dem Thema - sowohl was die Medienkompetenz, als auch das technische Grundwissen betrifft", erklärte Heidrun Strohmeyer vom Bildungsministerium. Sie plädierte dafür, dieses Wissen nicht nur in höheren und berufsbildenden Schulen zu verankern, sondern bereits in der Volksschule und bei den Zehn- bis Vierzehnjährigen zu etablieren. "Auch Zehnjährige verstehen, was ein sicheres Passwort ist, wenn man ihnen das erklärt."

So erfolgreich die Cyber Security Challenge bisher war - jedes Jahr machen über 600 Talente mit, auch in der offenen Klasse über 25 Jahren waren im Vorjahr über 150 Experten mit dabei - so überschaubar ist die Teilnahme von weiblichen Hackerinnen und Nachwuchstalenten. Laut Joe Pichlmayr, Vorstand des Vereins CyberSecurityAustria, setze man alles daran, mehr Mädchen für das Thema IT-Security zu begeistern. An den Fähigkeiten scheitere es definitiv nicht.

"Obwohl nur wenige Mädchen mitmachen, schaffen es diese immer wieder auch ins Finale oder zur Europameisterschaft", erklärte Pichlmayr auf futurezone-Nachfrage. Das bestätigte auch Strohmeyer: "Wie einige Informatikwettbewerbe unter jüngeren Schülern zeigen, sind Mädchen und Buben da sehr ausgewogen repräsentiert. Das Problem ist eher, dass uns die Mädchen bis sie dann 14 oder 15 sind, auf dem Weg verloren gehen."

Man müsse daher von der Volksschule weg Schülerinnen und Schüler möglichst früh für Technik zu begeistern. "Das geht wiederum nur, wenn wir die in der Gesellschaft, aber leider auch unter Lehrpersonen vorhandenen Geschlechterstereotype bekämpfen. Mädchen werden immer noch oft mit dem Erlernen von Sprachen in Verbindung gesetzt, Buben mit Technik. Da ist auch ein Umdenken bei Lehrpersonen gefragt", sagte Strohmeyer.

Spezialwissen gesucht

Auf die Bedeutung von Sicherheitsexperten wiesen auch die anderen Vertreter aus dem Bundeskanzleramt, dem Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) oder auch dem Bundesministerium für Landesverteidigung hin, welche die Cyber Security Challenge mit ins Leben gerufen haben und auch weiterhin unterstützen. "In Zeiten extrem komplexer Angriffe und Bedrohungsszenarien brauche man neben der internationalen Vernetzung eben auch das Spezialwissen im Land", erklärte BVT-Chef Peter Gridling.

Oberst Walter Unger vom österreichischen Abwehramt, der die Challenge 2012 mit ins Leben gerufen hat, wies auf die besonderen Herausforderungen hin, die durch die Etablierung von 5G auf nationale Behörden, aber auch Firmen zukomme. "Als ich vor zehn Jahren über drohende Entwicklungen im Bereich Cybersecurity referierte, wurde ich angesehen, wie wenn ich vom Mars heruntergefallen wäre. In Wahrheit hat sich alles viel dramatischer entwickelt, als man es sich jemals vorstellen hätte können", sagte Unger.

5G erhöht Komplexität

Angriffstools seien mittlerweile ab fünf Euro und ohne technisches Vorwissen im Internet verfügbar. Wenn Ressourcen und Infrastruktur, wie Smartphone, Notebook oder das Internet torpediert werden, habe das massive Auswirkungen. "Wir sind komplett davon abhängig, sowohl privat wie beruflich wie gesamtstaatlich, und das wird sich durch 5G und die Vernetzung aller Geräte noch verstärken. Umso wichtiger ist es, junge Menschen für das Thema Cybersecurity zu interessieren - die Challenge ist dabei ein hervorragender Anknüpfungspunkt."

Alle Informationen zur Online-Bewerbung und die Anforderungen in den jeweiligen Kategorien findet sich auf der offiziellen Webseite der Cyber Security Challenge 2019 verbotengut.at. Die Qualifikation dauert noch bis Ende August 2019, das Finale findet von 1. bis 3. Oktober 2019 in Fürstenfeld statt. Die Gewinner der Challenge 2019 haben die Chance, sich für das Team Austria zu qualifizieren, das Österreich 2020 beim Finale der European CyberSecurityChallenge in Wien vertritt.


Dieser Artikel entstand im Rahmen einer redaktionellen Kooperation zwischen futurezone und Cyber Security Austria.