Digital Life
06.02.2017

Hacker schaltet ein Fünftel des Dark Web aus

Bei einem Cyberangriff auf einen der größten Web-Hoster des Dark Web wurden Daten zu mehreren Kinderporno-Webseiten gesammelt, die nun dem FBI zugespielt werden.

Der Web-Hosting-Dienst Freedom Hosting II wurde Opfer eines Cyberangriffs, bei dem Daten zu über 10.000 Webseiten des Dark Web gestohlen wurden. Rund ein Fünftel aller Webseiten des Dark Web sind nun kompromittiert, wie Engadget berichtet. Hinter dem Angriff steckt offenbar ein einzelner Hacker, der laut eigenen Angaben gegenüber Motherboard eine relativ einfache Methode verwendete. "Das ist im Grunde mein erster Hack", gibt er außerdem zu Protokoll.

Das Ziel des Cyberangriffs wurde deshalb ausgewählt, weil der Angreifer auf eine Reihe von Kinderporno-Webseiten stieß, die das Hosting-Limit von Freedom Hosting II von 256 Megabyte deutlich überschritten. Es konnte deshalb davon ausgegangen werden, dass die Kinderporno-Seiten, die jeweils mehrere Gigabyte an Daten umfassten, in vollem Wissen des Hosting-Anbieters betrieben wurden. Die entwendeten Daten sollen nun einem IT-Sicherheitsexperten zugespielt und danach der US-Kriminalpolizei FBI weitergeleitet werden.

Laut der Sicherheitsforscherin Sarah Jamie Lewis befand sich auch eine Vielzahl anderer illegaler oder zwielichtiger Dienste unter der Kundschaft von Freedom Hosting II, etwa Bitcoin-Betrugs-Webseiten, Kartenfälschungs-Anbieter und Hacker-Foren.