Digital Life
24.08.2012

Hovercraft weckt Star-Wars-Erinnerungen

Wer online nach Bildern des Speeder Bikes aus "Rückkehr der Jedi-Ritter" sucht, stößt bald auf ein real existierendes Gefährt für einen Piloten, das mit zwei Propellern über den Boden schwebt. Hergestellt wird es von einer kalifornischen Firma, die damit Drohnen-Technologie erproben will.

Ein im Internet bekannt gewordenes Gerät weckt Erinnerungen an das Speeder Bike, einem kleinen, wendigen Luft-Gleiter aus dem Star-Wars-Universum. Es sieht ein wenig wie ein etwas zu groß geratenes Motorrad aus und besitzt zwei eingefasste Propeller statt Rädern. In einigen Videos sieht man, dass dieses Ding bereits erfolgreich über den Wüstensand im Süden Kaliforniens schwebt. Hergestellt wird es von Aerofex, einem kleinen Unternehmen aus Manhattan Beach, das sich eigentlich auf die Herstellung von Bauteilen für bemannte und unbemannte Fluggeräte (UAV) spezialisiert.

Ein Fluggerät wie im Film

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Aerofex Tandem Duct Aerial Vehicle Speeder Bike Hovercraft Fluggerät.

Aerofex Tandem Duct Aerial Vehicle Speeder Bike Hovercraft Fluggerät.

Aerofex Tandem Duct Aerial Vehicle Speeder Bike Hovercraft Fluggerät.

Aerofex Tandem Duct Aerial Vehicle Speeder Bike Hovercraft Fluggerät.

Aerofex Tandem Duct Aerial Vehicle Speeder Bike Hovercraft Fluggerät.

Noch kein cooler Name

Einen so coolen Namen wie "Speeder Bike" trägt das Aerofex-Fluggerät nicht. Bislang wird es als "Tandem Duct Aerial Vehicle" bezeichnet. Wie das Unternehmen der futurezone verrät, ist die Idee eines Hovercrafts für ein bis zwei Passagiere, angetrieben durch zwei Propeller, nicht neu. Bereits in den 50er- und 60er-Jahren wurde an einer ähnlichen Konfiguration gebastelt. Das Erreichen einer ausreichenden Flug-Stabilität stellte damals jedoch ein zu komplexes Problem dar.

Herausfordernde Entwicklung

Auch in der Gegenwart stoßen die Entwickler von Aerofex auf so manche Überraschung. "Manchmal siehst du, wie etwas funktioniert und denkst dir `Oh, natürlich! Das macht Sinn.` Und dann ist es so, als wäre es schon immer so gewesen. Bis zu dem Punkt, an dem wir das Konzept bewiesen hatten, war einer unserer cleversten Ingenieure davon überzeugt, dass es umfallen würde", meint Mark DeRoche, der Gründer von Aerofex.

Die Entwicklungs-Schritte des Hovercrafts kann man auf einem eigenen Blog mitverfolgen. Ein kleiner Auszug aus der Anfangsphase: "Dezember 2008. Genügend Stabilität, keine Kontrolle. Flug endete in einer Pflanze, die sofort Feuer fing. Da das Winken des Piloten um Hilfe nur mit einem Daumen-Hoch-Zeichen beantwortet wurde, zog er die brennende Pflanze mit seinen Händen raus. Testresultat: Verbrannte Hand. Verbesserungsvorschlag: Handschuhe."

Testgerät statt Produkt

Gesteuert wird das Tandem Duct Aerial Vehicle durch ein "einzigartiges Interface", das die Bewegung des Piloten in Flugmanöver umwandeln kann. Die Steuerung soll in der derzeitigen Entwicklungsphase völlig intuitiv möglich sein. Obwohl das Fluggerät nun für Begeisterung im Internet sorgt, gibt es bei Aerofex keine Pläne, daraus ein Produkt zu machen. Der schwebende Personentransporter soll stattdessen als Testgerät für verschiedene Drohnen-Bauteile dienen. Im Oktober soll eine verbesserte Version des Tandem Duct Aerial Vehicle drei neue UAV-Technologien testen.

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