Digital Life
13.08.2015

Indien: Große VPN-Nachfrage nach Internet-Porno-Sperre

Indien verbannte Anfang August kurzfristig mehr als 800 Porno-Webseiten. Die Proteste waren groß, auch die Nachfrage für VPNs und Proxy-Zugänge schnellten in die Höhe.

Anfang August ließ die indische Regierung mehr als 800 Porno-Webseiten sperren. Die Maßnahme zum „Schutz des kulturellen gesellschaftlichen Gefüges“ war nur von kurzer Dauer, nach heftigen Protesten wurde sie rasch wieder zurückgenommen. Doch in der Zwischenzeit zeigte sich, dass sich viele indische Internet-Nutzer bereits für den Ernstfall vorbereiteten. Eine kurze Suche auf Google Trends zeigt laut TorrentFreak, dass kurz nach dem Start der Internet-Sperre die Suchanfragen nach VPN und Proxy rasant in die Höhe schnellten.

Wegen Moral, nicht Urheberrecht

Dass derartige Sperren weitestgehend nutzlos sind, wurde bereits in zahlreichen Studien belegt. Meist wandern die Nutzer einfach zu einem anderen Anbieter ab. Doch in Indien argumentierte die Regierung nicht mit urheberrechtlichen Bedenken, sondern dass die betroffenen 857 Porno-Seiten eine "Gefahr für die Moral und die Sittlichkeit" darstellen würden.

Diese würden Gewalt gegen Frauen und moralische Korruption fördern. Neben heftigen Protesten wurden rasch Anleitungen verteilt, wie sich die Sperren umgehen lassen. Die Prophezeiung von Dr. Perry Cox aus Scrubs scheint sich erfüllt zu haben: „Wenn sie alle Porno-Seiten vom Internet nehmen würden, gäbe es nur mehr eine einzige Webseite, die ‚Gebt uns die Pornos zurück‘ heißen würde.“