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Digital Life
07/08/2019

Japaner mieten Autos, aber nicht zum Fahren

Die Nachfrage nach Mietautos ist in Japan groß. Gefahren werden sie aber immer seltener.

Mietautos sind eine praktische Art, um von A nach B zu kommen. Für die meisten zumindest. Viele Japaner nutzen sie jedoch für ganz andere Dienste. Das japanische Car-Sharing-Unternehmen Orix hat einen Trend beobachtet und ermittelt, dass viele Kunden Autos zwar mieten, aber nicht damit fahren, wie The Asahi Shimbun berichtet. Auffällig wurde dies, nachdem zahlreiche Wägen ohne hinterlegte Distanz wieder retourniert wurden. Times24 Co., ebenfalls ein Car-Sharing-Dienst mit über 1,2 Millionen Kunden, hat den gleichen Trend beobachtet.

Schlafen und arbeiten

Beide Unternehmen haben in Folge eine Umfrage gestartet, um mehr über diesen bizarren Umstand herauszufinden. Die Resultate: Manche Kunden nutzen die Autos als Arbeitsraum, oder um kurze Nickerchen darin zu halten. „Normalerweise ist das der einzige Ort, an dem ich ein Nickerchen halten kann, wenn ich meine Klienten in einem Cybercafé besuchen will, aber in einem Mietauto zu schlafen kostet nur ein paar hundert Yen (einige Euro), fast genauso viel, wie in einem Cybercafé zu bleiben“, sagt ein Kunde.

Andere wiederum deponieren Taschen und andere persönliche Gegenstände, zumal freie Münzschließfächer rar sind. Immer mehr Indoor-Spaces werden in Japan demnach privatisiert und sind vielen Menschen nicht zugänglich. Wie die Unternehmen in Zukunft auf diese Art der Nutzung reagieren werden, ist vorerst noch unklar. Viele Unternehmen verdienen je nach zurückgelegter Strecke.