Digital Life
19.05.2018

Kalifornien verhaftet und verklagt Gründer von Mugshots.com

Die Fahndungsfoto-Webseite Mugshots.com forderte Geld für das Entfernen unrühmlicher Bilder. Laut Kaliforniens Staatsanwalt ist das Erpressung.

So genannte Fahndungsfoto-Webseiten verdienen Geld, indem sie gegen Gebühr Fotos und Beschreibungen von Verhafteten aus ihrer Datenbank löschen. Die Fahndungsfotos sind öffentlich verfügbar, die Webseiten vertraten deshalb den Standpunkt, nichts Illegales zu tun. Dass sie mit ihrem Geschäftsmodell Menschen bloßstellen und oft auch ihre Existenzen zerstören, kümmert sie nicht. Kalifornien hat nun die vier Gründer von Mugshots.com, der wohl bekanntesten Fahndungsfoto-Webseite, verhaftet und klagt sie wegen Erpressung an.

Wie der Guardian berichtet, soll Mugshots.com innerhalb von drei Jahren über zwei Millionen Dollar verdient haben, indem Fotos von über 5000 Personen entfernt wurden. 175 dieser Personen sind Bürger von Kalifornien, weshalb die Staatsanwaltschaft nun die vier Gründer der Webseite verhaftet hat. Gegen sie wird Klage wegen Erpressung, Geldwäsche und Identitätsdiebstahl eingereicht.

"Dieses Geschäftsmodell - bezahlen gegen gelöscht werden - beabsichtigt, von der Bloßstellung von Personen zu profitieren", sagt Kaliforniens Staatsanwalt Xavier Becerra in einer Stellungnahme. "Diejenigen, die es sich nicht leisten können zu bezahlen, zahlen ihren Preis, wenn sie einen Arbeitsplatz suchen, eine Unterkunft oder eine Beziehung mit jemandem aufbauen möchten. Das ist Erpressung, ganz einfach." Die Staatsanwaltschaft bittet möglicherweise noch nicht erfasste Opfer von Mugshots.com sich zu melden, um dem Fall zusätzliches Gewicht zu verleihen.