Digital Life
04/06/2011

Kinder treffen sich lieber offline

Je älter die Kinder, umso wichtiger werden soziale Netzwerke

Je älter Kinder werden, umso mehr kommunizieren sie über soziale Netzwerke und umso länger sind sie täglich online. Dennoch trifft sich ein Großteil (80 Prozent) lieber mit Freunden, als dass er alleine vor dem Computer sitzt. Zu diesem Ergebnis kommt die am Dienstag veröffentlichte „Digikids 2011“-Studie, die anlässlich des zweitägigen Kongresses „Kinder und digitale Medien“ von 6. bis 7. April in Wien präsentiert wurde. 63 Schüler im Alter zwischen zehn und 14 Jahren wurden dafür in qualitativen Interviews über ihre Mediennutzung befragt.

Facebook
Facebook ist der Renner: 65 Prozent der Kinder nutzen es, 57 Prozent haben ein eigenes Profil. Das Problembewusstsein bei der Nutzung sozialer Netzwerke ist allerdings wenig stark differenziert. Kinder wiegen sich in Facebook in einer Art Scheinanonymität. Während sie dort leichtfertig Fotos posten, würden sie diese, wenn man ihnen gegenüber sitzt, nicht so gerne herzeigen, berichtete Petra Gregorits, Geschäftsführerin von PMG marketing research consulting.

Im Bezug auf Belästigung über soziale Netzwerke liegt jedoch ein höheres Problembewusstsein vor. 53 Prozent derer, die über ein eigenes Facebook-Profil verfügen, geben an, bereits mindestens ein Mal belästigt worden zu sein.

Eine Stunde pro Tag online
50 Prozent der befragten Schüler verbringen im Schnitt eine Stunde am Tag im Internet. 86 Prozent geben an, nicht vom Web abhängig zu sein und betrachten sich selbst auch nicht als ständig online. Allerdings sind zwei Drittel der Zehn- bis 14-Jährigen bereits zwischen 6.00 und 8.00 Uhr im Netz.

Hauptsächlich werden von den befragten Kindern Spiele-Seiten aufgerufen. Wo sich deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede zeigen: Buben mögen Fußballseiten, Mädchen bevorzugen typische Girlie-Themen. „Es gibt aber durchaus auch Kampfseiten in Plüsch“, ergänzte Petra Gregorits.

Von den 63 befragten Kindern hatten alle ein eigenes Handy. Das Durchschnittsalter für das erste Mobiltelefon ist acht Jahre.

Kinder bekommen ihr erstes Handy immer früher
Ähnliche Ergebnisse lieferte die von A1 Telekom Austria in Auftrag gegebene Kinderstudie 2011, die quantitativ unter 600 Kindern im Alter von sechs bis 14 Jahren durchgeführt worden ist. Die wesentlichsten Ergebnisse: Kinder bekommen ihr erster Handy immer früher (49 Prozent zwischen sieben und zehn Jahren) und bereits 64 Prozent besitzen ein eigenes Mobiltelefon. 42 Prozent der Befragten nutzen ihr Handy zum Musikhören und ein Drittel für Fotos.

Die Internetnutzung nimmt laut der A1-Studie nach der Volksschule stark zu (elf Prozent der Sechs- bis Achtjährigen, 68 Prozent der 13- bis 14-Jährigen). Jedes achte Kind hat schon erschreckende Inhalte im Internet gefunden.

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