Digital Life 14.05.2018

Klage gegen Apple: iPhone soll Flugzeugabsturz verursacht haben

Eine Maschine der Egyptair © Bild: AP/Petros Karadjias

2016 stürzte eine Maschine der Egypt Air ab, 66 Menschen starben. Nun werfen die Hinterbliebenen Apple vor, dafür verantwortlich zu sein.

Die Hinterbliebenen des 2016 verunglückten Egypt-Air-Flugs 804 haben eine Klage gegen Apple eingereicht. Darin wird dem US-Konzern vorgeworfen, dass ein in Brand geratener Akku eines iPhone 6s oder iPad mini den Absturz verursacht haben soll. Der Airbus A320 der Egypt Air befand sich am 19. Mai 2016 am Weg von Paris nach Kairo und stürzte aus bislang unbekannten Gründen über dem Mittelmeer ab. Alle 66 Insassen – 56 Passagiere sowie die zehn Mitglieder der Besatzung – starben dabei.

Über die Ursache des Absturzes wurde lange spekuliert, der Flugschreiber weist jedoch darauf hin, dass im Cockpit ein Feuer ausgebrochen sein könnte. Da der Brandherd auf einen Bereich zurückverfolgt werden konnte, auf dem einer der Piloten stets sein Smartphone und Tablet ablegte, wurde bereits im Vorjahr darüber spekuliert, dass diese die Ursache für das Feuer sein könnten.

Apple dementiert

Das dient nun offenbar auch als Basis für die Klage gegen Apple. Die Hinterbliebenen sehen es als erwiesen an, dass ein Defekt eines Akkus den Brand ausgelöst habe und Apple dafür verantwortlich gemacht werden muss. In einer Stellungnahme betont der US-Konzern, man wurde nicht von den zuständigen Behörden kontaktiert und habe keinerlei Hinweise darauf erhalten, dass ein Apple-Produkt für den Absturz verantwortlich sei. „Falls die Ermittler Fragen für uns haben, würden wir gerne so gut helfen wie wir können. Wir testen unsere Produkte ausgiebig, um sicherzustellen, dass sie den internationalen Sicherheitsstandards entsprechen.“

Experten bezweifeln die Theorie des brennenden Akkus ebenfalls, da Piloten in diesem Bereich kein Smartphone oder Tablet ablegen würden, da diese beim Abheben und Landen verrutschen und für Probleme sorgen könnten. Brennende Akkus sorgen immer wieder für Probleme in Flugzeugen. Insbesondere seit dem Skandal um Samsungs Galaxy Note 7, dessen fehlerhafter Akku besonders häufig in Flammen aufging, sind Fluglinien besonders vorsichtig. Im Vorjahr fing beispielsweise ein Samsung-Smartphone in einem Flugzeug Feuer, die Feuerlöscher an Bord funktionierten nicht. Wie in anderen ähnlichen Fällen kam es lediglich zu starker Rauchentwicklung, ein Feuer breitete sich nicht aus.
 

( futurezone ) Erstellt am 14.05.2018