Digital Life
09.03.2017

Klage: Medienunternehmen wollen Adblocker verbieten lassen

Süddeutsche und ProSiebenSat.1 wollen ein Verbot von AdBlock Plus erwirken. Zeitungs-Verleger erklären unterdessen warum sie gegen Werbeblocker sind.

Medienunternehmen klagen vor dem Oberlandesgericht München gegen eine Software, die Werbung auf Internetseiten blockiert. Die Unternehmen, darunter die Süddeutsche Zeitung und ProSiebenSat.1, wollen die kostenlose Werbeblocker-Software „Adblock Plus“ verbieten lassen und verlangen von der Kölner Firma Eyeo Schadenersatz.

Nach Meinung der Kläger greift die Software, die unerwünschte Werbung im Internet deaktiviert, erheblich in die Strukturen ihrer Internetseiten mit journalistischen Inhalten ein. In der Folge könnten annähernd keine Werbeerlöse mehr erzielt werden. Die vorherige Instanz hatte die Klagen weitgehend abgewiesen, dagegen legten die Medienunternehmen Rechtsmittel ein.

Verleger gegen Adblocker

In einer Stellungnahme aus dem Februar erklärt etwa der Zeitungsverleger Verband Nordrhein-Westfalen warum sie gegen Adblocker sind.

"Schon heute ist die redaktionelle Qualität von Online-Medien beeinträchtigt, weil Internet-Werbeblocker die Refinanzierung aufwendiger Medieninhalte erschweren oder sogar unmöglich machen", heißt es in dem Statement. Eine Fortsetzung dieses Weges werde Anbieter vom Markt verdrängen und nur wenige meinungsbildende Qualitätsmedien könnten dann mittels einer hohen Bezahlschranke überleben, so die Befürchtung der Verleger.

Ist es einmal so weit gekommen, dann würde die Meinungsbildung für die breite Masse durch Blogger ohne journalistische Standards und soziale Netzwerke erfolgen. "Ein barrierefreier Zugang zu Qualitätsmedien im Internet ist für die demokratische Meinungsbildung der Bevölkerung von grundlegender Bedeutung. Die Werbefinanzierung gewährleistet dies."

Adblocker würden die Freiheit der Onlinemedien behindern. Denn Anzeigen seien Nachrichten, schreiben die Verleger. Sie hätten einen informations-, meinungs- und bildungsfördernden Einfluss auf den Leser.