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Digital Life
06/18/2019

Klassisches Online-Banking immer unbeliebter

Online-Banking über Webbrowser nimmt in Österreich immer mehr ab. An seine Stelle rücken Smartphones und Wearables.

In Sachen Bezahldienste hat sich in den vergangenen Monaten in Österreich viel getan. Nicht zuletzt durch den Start von Garmin Pay und Apple Pay entstehen immer mehr Möglichkeiten abseits von physischer Bankomatkarte und Bargeld Rechnungen zu begleichen. Eine repräsentative Studie, die von Mastercard und dem Marktforschungsintitut Ipsos durchgeführt wurde, gibt nun detaillierten Einblick, welche Bankprodukte Österreicher nutzen.

Trotz aller neuen Möglichkeiten zu bezahlen: Die Bankomatkarte bleibt unangefochtener Spitzenreiter der Bankprodukte. 93 Prozent der Befragten gaben an, sie zu verwenden. Klassisches Online-Banking per Webbrowser nutzen zwar immer noch 73 Prozent - im Vergleich zu 2016 ist die Nutzung allerdings um neun Prozent gefallen. Stark am Ansteigen ist das Online-Banking per Smartphone (plus 13 Prozent auf 58 Prozent) sowie das Bezahlen über das Smartphone (plus 18 auf 27 Prozent).

“Klassisches Online-Banking ist über seinem Zenit”, erklärt Mastercard-Österreich-Geschäftsführer Christian Rau bei der Präsentation der Studie. Österreich ist auf dem Weg zum mobilen Bezahlen. Wir werden in den nächsten Jahren einen rasanten Anstieg der Nutzung sehen“, so Rau.

Österreicher kaufen gerne online ein

Im Vergleich zu seinen Nachbarn in Mittel- und Osteuropa, wo die Studie ebenfalls durchgeführt wurde, kaufen die Österreicher mehr online ein. 79 Prozent der Befragten gab an, online zu shoppen. Im CEE-Schnitt (Central and Eastern Europe) sind es 67 Prozent. Zahlungsanwendungen auf ihrem Handy zwei von drei Nutzern installiert. Der CEE-Schnitt liegt bei 48 Prozent.

Die Nutzung der Bezahlanwendungen deckt sich auch mit der Gerätenutzung generell: Ein Smartphone nutzen 97 Prozent der Befragten. Einen Laptop nur mehr 83 Prozent. Einen PC nutzen noch 61 Prozent, ein Tablet 56 Prozent. Im Vergleich zu 2016 um sieben Prozent gestiegen ist die Nutzung einer Smartwatch. Sie liegt aktuell bei zwölf Prozent.

Google Pay kommt heuer wohl nicht mehr

Auch wenn Kunden Apple Pay oder andere Zahlungsservices am Smartphone oder auf der Smartwatch nutzen, liegt eine Kreditkarte oder eine Bankomatkarte dahinter, die bei dem entsprechenden Dienst hinterlegt ist. Aus diesem Grund sind Unternehmen wie Mastercard auch immer in die Entwicklung und den Start neuer Dienst in Österreich eingebunden.

Auf Nachfrage, wie es nach dem Start von Apple Pay nun mit Google Pay in Österreich aussieht, will Mastercard keinen Zeitpunkt nennen. Piotr Kwaśniak, der bei Mastercard für die Entwicklung digitaler Produkte verantwortlich ist, verweist bei der entsprechenden Frage nur auf bestehende Lösungen. So können Nutzer von Android-Handys bei bestimmten Banken ihre Karte bereits jetzt in der Bank-App hinterlegen und so bezahlen.

“In diesem Bereich wird es dieses Jahr noch Verbesserungen geben”, sagt Kwaśniak. Auch bei Wearables werde es Neuigkeiten geben. “Nächstes Jahr werden wir dann schauen, wie es weitergeht”, erklärt Kwaśniak.

PSD2 tritt in Kraft

Ein weiterer wichtiger Schritt kommt im September mit der Richtlinie für Zahlungsdienste PSD2. Dabei wird es unter anderem verpflichtend, dass die Authentifizierung einer Online-Zahlung über zwei oder mehr der folgenden Elemente authentifiziert werden muss: „Wissen“ (z.B. Pin), „Besitz“ (z.B. Mobiltelefon) oder „Inhärenz“ (z.B. Fingerabdruck).

Hier wird besonders bei biometrischen Erkennungsmethoden eine steigende Nutzung verzeichnen. Aktuell nutzen laut der Befragung rund 23 Prozent der Menschen eine biometrische Authentifizierung. Nicht zuletzt aufgrund der stark gestiegenen Verfügbarkeit von entsprechenden Handys ist dieser Wert im im Vergleich zum Jahr 2016 (sieben Prozent) massiv gewachsen.