Digital Life
06/18/2013

Konferenzstreit: Skrepek bestreitet Tätlichkeit

In der Kontroverse um angebliche Handgreiflichkeiten bei der Urheberrechtskonferenz "EU XXL Forum" widerspricht Peter Paul Skrepek, der Präsident der Österreichischen Interpretengesellschaft (OESTIG), der Darstellung durch Konferenzleiter Fritz Niemann. "Ich habe ihn weder geschlagen, noch gestoßen, noch sonst irgendwie berührt", so Skrepek zur futurezone.

Niemann hatte Skrepek vorgeworfen, "ihn geschlagen und gestoßen zu haben" (die futurezone

). Der Tätlichkeit vorangegangen sei eine Beschwerde Skrepeks, es sei eine Unverschämtheit, mit Steuergeldern urheberrechtsfeindlichen Leuten ein Podium zu bieten. Niemann führte dies auf die Unzufriedenheit Skrepeks mit der Zusammensetzung des geplanten Podiums auch mit Vertretern, die dem Urheberrecht kritisch gegenüber stehen, zurück. Für die Tätlichkeit gebe es auch Zeugen.

Skrepek widerspricht Darstellung
Gegenüber der futurezone kann sich Skrepek die Vorwürfe von Niemann nicht erklären. Er habe ihn weder geschlagen noch sonst wie berührt oder auch nur bedrängt. Vielmehr habe er sich von Niemann bedrängt gefühlt, der auf äußerst unhöfliche Weise in ein Gespräch, das er gerade geführt habe, hineingedrängt und ihn dann aufgrund der folgenden verbalen Auseinandersetzung gleich aus dem Saal verwiesen habe. In diesem Zusammenhang sei schließlich auch der "Steuergeld-Vorwurf" gefallen.

"Es ging aber nie wie behauptet um die inhaltliche Zusammensetzung des Podiums, sondern nur darum, dass Niemann jeglichen Anstand und jegliche Höflichkeit vermissen lassen habe", sagt Skrepek. Als einziges Motiv, warum Herr Niemann die "Wirklichkeit ganz anders schildert, als es vorgefallen ist", kann sich Skrepek nur die anstehende Wahl zur nächsten Generalversammlung der OESTIG vorstellen, bei der Skrepek erneut antritt.

Niemann fordert Skrepek zum Rücktritt auf
Auf die Schilderung von Skrepek konfrontiert, blieb Niemann auch am Dienstag bei seiner Version der Ereignisse. "Natürlich bin ich nicht blutend im Raum gestanden oder habe eine blaue Schulter davongetragen, aber ich bleibe dabei: er hat mich angegriffen und danach vor der Tür weitere Schläge angedroht", sagt Niemann gegenüber der futurezone. Wenn Skrepek was anderes behaupte, lüge er. Zudem könne er jederzeit Zeugen vor den Vorfall vorweisen. Mit der Tätlichkeit sei eine Linie überschritten worden und Skrepek sei als Präsident der OESTIG eigentlich nicht mehr tragbar.

Den Vorwurf Skrepeks, er wolle ihm bei der Wiederwahl schaden, bestritt Niemann. Er habe von der Wahl gar nichts gewusst und auch kein persönliches Interesse in der ganzen Sache. Klagen will er Skrepek weiterhin nicht: "Es ist ja nicht so, dass er mein Nasenbein gebrochen hat. Eine Entschuldigung erwarte ich mir aber dennoch". Die mediale Berichterstattung sei zwar eine gewisse Genugtuung, gleichzeitig sei es aber auch schade, dass dadurch die Inhalte der Konferenz völlig in den Hintergrund gerückt seien.

Sachliche Diskussion gefordert
Zumindest in diesem letzten Punkt stimmt Skrepek mit Niemann überein. Gerade beim wichtigen, emotional aufgeladenen Thema Urheberrecht brauchen wir eine ruhige, sachliche Diskussion und keine Unhöflichkeiten von Provokateuren. Sollten die Anschuldigungen weitergehen, überlege er seinerseits rechtliche Schritte, so Skrepek zur futurezone.

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