Samsung-Chef Jay  Y. Lee

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Südkorea
01/11/2017

Korruptionsaffäre: Samsung-Chef im Visier der Justiz

Jay Y. Lee wird inzwischen als Verdächtiger in der Korruptionsaffäre um Präsidentin Park Geun Hye geführt. Auch ein Haftbefehl ist laut den Behörden denkbar.

In Südkorea gerät der Samsung-Konzern immer tiefer in die Korruptionsaffäre um Präsidentin Park Geun Hye . Sonderermittler in dem Fall erklärten am Mittwoch, Samsung-Chef Jay Y. Lee werde inzwischen als Verdächtiger geführt und müsse am Donnerstag zu einer Befragung erscheinen. Auf die Frage, ob auch Haftbefehl gegen Lee beantragt werden könnte, sagte ein Sprecher: „Alles ist möglich.“

Razzien

Die Ermittler prüfen, ob Samsungs Engagement für das Geschäft und Stiftungen einer Freundin der Präsidentin in Verbindung mit einer Entscheidung einer Pensionskasse aus dem Jahr 2015 steht, eine strittige Fusion zweier Samsung-Töchter zu unterstützen. Dazu hatte es zuletzt bereits Razzien bei Samsung und der größten Pensionskasse des Landes gegeben.

Zum Samsung-Konzern gehört auch der Smartphone-Hersteller Samsung Electronics. Dort ist Lee Vize-Chef des Verwaltungsrats.

Amtsmissbrauch

Präsidentin Park werden Amtsmissbrauch und Verstöße gegen die Verfassung vorgeworfen. Das südkoreanische Parlament hat bereits ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet. Im Zentrum der Affäre steht eine Freundin von Park, Choi Soon Sil. Sie soll sich in Regierungsgeschäfte eingemischt haben. Ihr wird zudem vorgeworfen, Konzerne zu Spenden an Stiftungen genötigt haben. Der Staatsanwaltschaft zufolge wurden 53 Konzerne dazu gedrängt, Geld zu zahlen. Andernfalls hätten ihnen Belastungen wie etwa Betriebsprüfungen gedroht.