Digital Life
10.11.2016

Kreisel: Leistungsfähigere Akkus für die E-mobile Zukunft

Das oberösterreichische Unternehmen Kreisel gewinnt dank innovativer Elektroauto-Akkus den Green Environment Award - powered by Siemens.

Mit innovativen Akkus für Elektroautos hat Kreisel die Jury überzeugt und gewinnt den Green Environment Award – powered by Siemens –, der im Rahmen der futurezone Awards 2016 vergeben wurde. Das Unternehmen aus Freistadt setzt sich dabei gegen zwei weitere Finalisten durch: den Smart-Home-Ausstatter Loxone und die Heiztechnik-Firma Ovum.

Start-up-Märchen

Die jüngere Geschichte von Johann, Markus und Philipp Kreisel liest sich ein wenig wie ein modernes Start-up-Märchen. Die drei Brüder waren jahrelang im elterlichen Elektrofachgeschäft im oberösterreichischen Freistadt tätig, bis der Vater auf die Idee kam, sich ein Elektroauto zuzulegen. Dessen schwacher Akku störte die Brüder so sehr, dass sie begannen, selbst ein wenig an der Technologie dafür zu tüfteln.

Laser und Kühlung

In den kommenden Jahren entwickelten sie ein neues Verbindungsverfahren für Akkuzellen und ein spezielles Kühl- und Heizsystem. Die Akkuzellen werden mit Laser zusammengeschweißt und mit Kühlflüssigkeit umspült. Die Leistungsdichte übertrifft jene der Akkus, die Tesla verwendet, bei Weitem. Die Akkus können außerdem schneller geladen werden. Weil die Akkus zusätzlich auf optimalem Temperaturniveau gehalten werden, erhöht sich die Lebensdauer.

Leistungsschub

Das Interesse großer Autohersteller ließ nicht lange auf sich warten. Einige Prototypen waren die Folge. Kreisel hat unter anderem einen E-Golf umgebaut. Anstatt der ursprünglichen 24-Kilowattstunden-Batterie erhielt das Fahrzeug 57 Kilowattstunden. Der neue Akku füllt den selben Bauraum, kann zehn Mal schneller geladen werden und macht das Fahrzeug sogar um neun Kilogramm leichter.

Ebenfalls umgebaut wurde ein Porsche Panamera. Der Kreisel E-Panamera hat einen 360 kW-Motor (500 PS), 400 Kilometer Reichweite und fährt über 300 km/h schnell. Es ist außerdem das einzige Elektroauto der Welt, das mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe arbeitet.

Steil bergauf

Die Errungenschaften der kleinen österreichischen Firma sprachen sich herum. Zu den Kunden zählten bald auch Unternehmen aus der Luft- und Schifffahrt. 2015 eröffnete Kreisel ein Büro in Shanghai.

2016 wurde ein Haushalts-Akku namens "Mavero" vorgestellt, der Teslas "Powerwall" Konkurrenz machen soll. Anfang 2017 soll die neue Firmenzentrale in Freistadt fertiggestellt werden. In dem Gebäude, das von oben gesehen wie das Kreisel-Logo aussieht, sollen in Zukunft noch größere Stückzahlen der Kreisel-Akkus vom Band laufen.