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EFF Kritik: Google spioniert Schüler mit Chromebooks aus.

Um Kindern früh den Umgang mit Computern beizubringen, schaffen immer mehr Schulen günstige Laptops an - darunter auch Google Chromebooks, die oft unter 200 Dollar erhältlich sind
Um Kindern früh den Umgang mit Computern beizubringen, schaffen immer mehr Schulen günstige Laptops an - darunter auch Google Chromebooks, die oft unter 200 Dollar erhältlich sind - Foto: /HconQ/IStockphoto.com
Google lockt Schulen mit günstigen Chromebooks für den Unterricht. Doch diese seien aus Datenschutz-Perspektive eine Katastrophe, so der EFF.

Chromebooks, günstige Laptops für Schüler und Studenten, spionieren ihre  Nutzer ohne ihr Wissen aus. Das kritisiert die US-Bürgerrechtsorganisation EFF (Electronic Frontiers Foundation), die eine Studie zu diesem Thema veröffentlicht hat. Demnach kommen die günstigen Laptops mit Googles Betriebssystem Chrome OS immer häufiger in US-Schulen zum Einsatz. Das liegt auch daran, dass Google verstärkt Dienste für Bildungszwecke veröffentlicht und diese in Kombination mit seinen Chromebooks vermarktet.

Schulen legen Gmail-Konten an, ohne Eltern zu fragen

Doch dabei dürfte weder Eltern noch den Verantwortlichen an der Schule klar sein, dass der günstige Preis für die Geräte mit einem Verlust der Privatsphäre verbunden ist. Laut EFF sammeln viele der vorinstallierten Programme heikle Daten wie Namen, Geburtstage, Browserverlauf, Suchbegriffe, Standort, gespeicherte Kontakte sowie Nutzungsdaten. Diese werden zudem oftmals ohne Möglichkeit auf ein Opt-out in die Cloud hochgeladen.

Laut EFF haben sich zahlreiche Eltern beschwert, da die Schule ohne ihr Wissen Google-Mail-Konten für ihre Kinder angelegt hatte.  Dabei habe es sich in einigen Fällen um Kinder im Volksschulalter gehandelt, die eigentlich noch gar kein Google-Konto besitzen dürften. Die Schulen hätten zudem gefährliche Standard-Passwörter, beispielsweise die Geburtsdaten der Kinder, verwendet.

"Wissen nicht, wohin Daten gehen"

Insgesamt untersuchte man 152 Standorte, an denen Chromebooks zu Unterrichtszwecken eingesetzt wurden. Der Tenor fiel durchgehend negativ aus. Einer der Verantwortlichen beklagte beispielsweise, dass man „alle Eier in ein Nest legt, das man eigentlich nicht kontrolliert. Wir wissen nicht, wohin die Daten der Schüler gehen.“

Die Vorwürfe sind nicht wirklich neu. Bereits vor zwei Jahren warf EFF Google vor, dass man „die persönlichen Daten der Kinder sammle und aufbereite, inklusive ihrer Suchanfragen“. Hierzulande sind Chromebooks noch relativ rar, die Verfügbarkeit und Verbreitung der günstigen Geräte hat zuletzt aber zugenommen.

(futurezone) Erstellt am 22.04.2017, 14:09

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