Digital Life
04.07.2018

Make-up der Insane Clown Posse trickst Gesichtserkennung aus

Violent J von der Insane Clown Posse © Bild: APA/AFP/GETTY IMAGES/TASOS KATOPODIS / TASOS KATOPODIS

Wer besonders viel Wert auf seine Privatsphäre legt, könnte sich Theaterschminke kaufen und ein Juggalo werden.

Die Fans der Band Insane Clown Posse nennen sich selbst Juggalos. Spätestens seit dem Vorjahr gehört die Gruppe offiziell zum „Widerstand“, als sie sich für einen Protestzug in Washington DC versammelte, um gegen Trump zu protestieren.

Der IT-Blogger Tahkion hat sich jetzt das typische Make-up der Insane Clown Posse angesehen, das auch bei dem Protest von vielen Fans getragen wurde. Er stellte fest, dass es die Machine-Learning-Algorithmen der Gesichtserkennung, die von der US-Regierung eingesetzt wird, erfolgreich austrickst.

Diese visuelle Gesichtserkennung wird von den Behörden bei Demonstration und bei öffentlichen Überwachungskameras eingesetzt. Sie erkennt Gesichter, indem bestimmte Kontrast-Merkmale analysiert werden, also wo die Augen, Augenbraunen, Nase und Mund sind, sowie die Stelle, ab der das Kinn zum Hals übergeht. Beim Juggalo-Make-up werden oft große schwarze Striche aufgemalt, die knapp über dem Mund beginnen und Teile des Kinns bedecken. Das macht es für die Gesichtserkennungs-Software nahezu unmöglich, die Kinnlinie korrekt zu erkennen.

Tahkion hat auch zum Vergleich Leichen-Make-up getestet, wie es etwa bei Halloween von Verkleideten getragen wird. Dieses hat aber nicht genug Kontrast, um die Gesichtserkennung zu täuschen. Auch starkes klassisches Make-up reicht nicht. Apples Face ID würde sich von der Juggalo-Aufmachung nicht täuschen lassen, da es Tiefenerkennung anstatt sichtbares Licht nutzt.

Wie praktikabel eine Tarnung per Juggalo-Make-up ist, muss man selbst entscheiden. In Österreich ist es möglicherweise keine gute Idee, sich so bei Demonstrationen zu schminken. Das Make-up könnte unter das Verhüllungsverbot fallen.