Digital Life
02.01.2017

Model X rast durch Hauswand: Tesla wirft Erpressung vor

Ein südkoreanischer Schauspieler raste mit dem Elektro-SUV in sein Wohnzimmer. Laut ihm beschleunigte das Fahrzeug plötzlich von selbst, Tesla widerspricht dieser Darstellung.

Der südkoreanische Schauspieler Ji Chang Son hat am Freitag eine Klage gegen Tesla eingereicht. Son behauptet, sein Elektro-SUV Model X hätte ohne sein Zutun plötzlich beim Einparken beschleunigt, wodurch das Fahrzeug durch die Hauswand in sein Wohnzimmer krachte. Laut der Klageschrift habe der SUV "plötzlich bei voller Leistung begonnen zu beschleunigen". Sowohl der Schauspieler als auch sein Sohn, der auf dem Beifahrersitz saß, wurden dabei verletzt. Tesla widerspricht den Vorwürfen und behauptet, dass laut Protokoll der Fahrer selbst das Gaspedal betätigte.

Mehrere Fälle von "spontaner Beschleunigung"

Es ist allerdings nicht der erste Fall eines Model-X-Besitzers, der sich über "plötzliche unabsichtliche Beschleunigung" beschwert. Im Juni sorgte bereits ein erster Fall für Aufsehen. Zudem berichtete Electrek bereits im September über mehrere Model-X-Fahrer, denen ähnliches beim Parken passiert war. Tesla betonte stets, dass die Protokolle eine andere Sprache sprechen: Die Fahrer haben das Gaspedal selbst "plötzlich zu 100 Prozent durchgedrückt". Der Status des Gaspedals wird beim Model X von zwei voneinander unabhängigen Sensoren überwacht.

Allerdings erwähnt Son in seiner Sammelklage insgesamt sieben ähnliche Fälle, die dem Konzern offenbar in den USA zur Last gelegt werden. Laut einer Studie der NASA, die Fälle zwischen 2000 und 2010 untersuchte, liegt die Wahrscheinlichkeit für "plötzliche unerwünschte Beschleunigung" bei einem Fahrzeug bei eins zu 100.000. Das Model X, das erst seit knapp einem Jahr auf dem Markt ist, kann aber laut Klage bereits 10 Vorfälle bei 16.000 ausgelieferten Fahrzeugen aufweisen - damit liege die Wahrscheinlichkeit allein für ein Jahr um das 62-fache höher als in der NASA-Studie.

Tesla sieht sich erpresst

Der Streit bekommt aber nun eine neue Dimension. Tesla wirft Son vor, dass er bereits vor dem Einreichen der Klage damit gedroht habe, "seinen Status als Prominenter in Korea zu nutzen, um Tesla zu schaden". Er soll laut einem Sprecher gefordert haben, dass Tesla "einer finanziellen Ausgleichszahlung zustimmt und zugibt, dass das Fahrzeug von selbst beschleunigt hat". Son bestätigte auf Facebook, dass er die Klage erst einreichte, als Tesla sich weigerte, die Schuld an der "plötzlichen Beschleunigung" einzugestehen.