Die Schülerinnen nutzen die App Whereby (Symbolbild des Herstellers)

© Whereby

Digital Life
03/27/2020

Nackter Mann crasht Videokonferenz von Schülern

Der Mann hat die 9-jährigen Mädchen in dem Videochat der Schule angesprochen und vor ihnen masturbiert.

Nicht nur im Homeoffice kommen Videochats zum Einsatz. Auch Schulen nutzen diese Tools, damit Lehrer in Kontakt mit den Schülern bleiben.

Leider nutzen einige Menschen derzeit aus, dass sich noch nicht alle mit diesen Programmen eingearbeitet haben – wie ein aktueller Fall in Norwegen zeigt.

Dort machten 3 Schülerinnen im Alter von 9 Jahren eine Videokonferenz im „digitalen Klassenzimmer“, wie nrk.no berichtet. Dazu nutzten sie die App Whereby. Diese App wird von deren Schule und anderen Bildungsstätten in Norwegen verwendet, damit Lehrer mit den Schülern in Kontakt bleiben können.

Plötzlich kam eine vierte Person in die Videokonferenz. Dabei handelte es sich um einen Mann, der im Bett lag. Er sprach die Mädchen direkt an und begann zu masturbieren. Die Eltern eines Mädchens sahen einen Teil des Videochats und verständigten daraufhin die Schule. Der Direktor bestätigte gegenüber nrk.no den Vorfall. Die digitalen Klassenzimmer wurden daraufhin geschlossen.

Link erraten

Der Direktor vermutet, dass der Mann den Link zum Beitreten des digitalen Klassenzimmers online gefunden oder erraten hat. Ingrid Ødegaard von Whereby vermutet ebenfalls, dass er den Link erraten hat. Laut ihr komme das derzeit verstärkt vor. Manche Personen haben es gezielt darauf abgesehen, in Videochats mit Kindern zu kommen.

Sie sagt, dass man sich bei solchen Vorfällen direkt an Whereby melden soll, damit die IP-Adressen von solchen Personen blockiert werden. Zudem haben Lehrer die Möglichkeit, ihre digitalen Klassenzimmer abzusperren und nur bestimmte User einzuladen. Diese Funktion wurde in diesem Fall nicht genutzt.

Zoombombing

Whereby ist dabei kein Einzelfall. Auch andere Videochats geraten ins Fadenkreuz von Trollen. Eine Methode hat schon einen eigenen Namen bekommen: Zoombombing. Der Name kommt vom Videochat-Programm Zoom und bombing (zB: eine Party sprengen).

Zoombombing betrifft offene Videochat-Parties. Mit denen vertreiben sich etwa Leute, die von den Ausgangssperren betroffen sind, abends die Zeit. Statt fortzugehen trinkt man etwa im Videochat zusammen ein Bier. Die Trolle treten den offenen Chat bei und müllen ihn mit pornografischen Inhalten zu.