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Schienenverkehr

Neuer ÖBB-Cityjet friert im Klima-Wind-Kanal

Schnee, Regen, Eis, Nebel, Sturm oder Hitze - all diese Wetterbedingungen muss ein neuer Zug aushalten, ohne dafür Einbußen bei Sicherheit, Zuverlässigkeit, Energieeffizienz und Komfort hinnehmen zu müssen. Um sicherzustellen, dass auch der neue Regionalzug "Cityjet" den Anforderungen entspricht, wird dieser derzeit in einem riesigen Klima-Wind-Kanal in Wien getestet.

Im Klima-Wind-Kanal können Temperaturen von minus 45 bis plus 60 Grad Celsius erzeugt werden, dazu Windgeschwindigkeiten bis zu 300 km/h. Im Februar wird der von Siemens hergestellte Cityjet - ein Schienenfahrzeug vom Typ Desiro ML - verschiedensten Umwelteinflüssen in der gigantischen Anlage im 21. Wiener Gemeindebezirk ausgesetzt.

Menschen als Heizmatten

Der Zustand des Zuges wird dabei nicht nur von außen beobachtet, auch im Inneren ist das Testfahrzeug mit einer Vielzahl an Sensoren ausgestattet. Auch Fahrgäste werden bei den Witterungstests simuliert. Die meisten der Sitze im Zuginneren sind mit Heizmatten überzogen, die exakt jene Temperatur abgeben, die auch Körper durchschnittlich produzieren.

Durch die simulierten Passagiere wird unter anderem die Funktionstüchtigkeit der Klimaanlage des Zuges getestet. Die Klimaanlage des Cityjet arbeitet mit Kohlendioxid-Sensoren. Diese erkennen, wie viele Personen sich im jeweiligen Waggon aufhalten. Die Klimaanlage passt aufgrund dieser Daten ihre Leistung an.

Renommiertes Testzentrum

Der Cityjet, der noch bis Ende Februar getestet wird, ist nicht das erste Schienenfahrzeug, das im Klima-Wind-Kanal überprüft wird. Die Anlage, die 2002 ihren Betrieb aufnahm, genießt internationale Bekanntheit für Zugtests. Schienenfahrzeuge aus aller Welt werden hierher gebracht, um in einer von zwei Testkammern mit Wind, Kälte, Nässe, Wärme und Licht bestrahlt zu werden.

Der ÖBB Cityjet im Klima-Wind-Kanal in Wien

Endmontage in Wien

Die ÖBB hat 101 Stück des Cityjet bestellt. 31 Stück sind für den S-Bahn-Verkehr in Wien und Niederösterreich vorgesehen, 35 für den Regionalverkehr in Niederösterreich, 18 Stück für den Regionalverkehr in der Steiermark und 17 Stück für den Regionalverkehr in Oberösterreich. Die Züge werden 244 bis 259 Sitzplätze, sowie Niederflugeinstiege aufweisen.

Das Gewicht des Zuges wurde durch neue Bauweise stark reduziert. Durch Energierückgewinnung an den Bremsen oder LED-Beleuchtung soll der Stromverbrauch gesenkt werden. Die Einzelkomponenten des Zuges werden von Siemens im deutschen Krefeld produziert, die Endmontage erfolgt in ÖBB-eigenen Werkstätten in Wien.

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David Kotrba

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