Personen 2011: Von Steve Jobs bis Anonymous

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Personen 2011: Von Steve Jobs bis Anonymous
12/28/2011

Personen 2011: Von Steve Jobs bis Anonymous

Mit dem Tod des Apple-Gründers hat die Technologie-Branche 2011 eine ihrer profiliertesten Persönlichkeiten verloren, wie Würdigungen nicht zuletzt durch US-Präsident Obama veranschaulichten. Diametral zum Personenkult um die Einzelperson Steve Jobs stand 2011 aber auch die mediale Aufmerksamkeit rund um die anonyme Aktivistenbewegung Anonymous, die eine einfache Comic-Maske zu ihrem öffentlichen Gesicht auserkoren.

von Martin Stepanek

Steve Jobs – Apple-Gründer

Eine neuerliche Auszeit Anfang 2011 ließ gleich zu Jahresbeginn nichts Gutes erahnen, wenngleich Jobs für die Live-Präsentation des iPad 2 im März und für die eigene Cloud-Lösung im Juni noch einmal alle Kräfte mobilisierte. Jobs Rücktritt als CEO im August nahm das Unvermeidliche schließlich vorweg. Jobs erlag seinem Krebsleiden am 05. Oktober im Kreis seiner Familie. Die Fußstapfen, in die der bisherige Finanz-Chef Tim Cook als CEO nun tritt, sind riesig. Ob er mit dem von Steve Jobs aufgebauten Team 2012 an die Apple-Erfolge der vergangenen Jahre anschließen kann, ist ungewiss.

Anonymous – Netzaktivisten

Durch Anonymous und die eng verwandte Hackergruppe LulzSec zeigte der vielzitierte Wutbürger auch im digitalen Universum seine Zähne. Mit aufsehenerregenden und umstrittenen Web-Aktionen, Serverattacken und Datenbank-Hacks lehrte die Bewegung Kreditunternehmen, Politik-Institutionen, aber auch Unternehmen wie Sony das Fürchten und zeigte auf, wie schlecht sensible Daten von Unternehmen und Behörden gesichert werden. In Österreich waren Mitglieder unter anderem für das Hacken von Parteienwebseiten, der GIS sowie einer Polizeidatenbank verantwortlich. Das Markenzeichen, die Guy Fawkes Maske aus dem Comic „V for Vendetta“, verlieh den anonymen Netzaktivisten ein öffentliches Gesicht, täuschte aber auch darüber hinweg, dass die Bewegung aus unabhängig agierenden Gruppen und Einzelpersonen mit unterschiedlichen Zielen und Vorgangsweisen besteht.

Max Schrems – Facebook-Widersacher

In der Rubrik David gegen Goliath hat sich der Wiener Jus-Student Max Schrems 2011 einen Namen gemacht und unter anderem auch bei den Big Brother Awards ausgezeichnet. Zusammen mit Mitstreitern hat Schrems im Rahmen der Initiative „Europe versus facebook“ wegen Datenschutzbedenken insgesamt 22 Anzeigen gegen das soziale Netzwerk eingereicht und damit die irische Datenschutzkommission auf den Plan gerufen. Am 21.12. präsentierte die Behörde schließlich einen 150-seitigen Bericht, indem Facebook eine Reihe von Änderungen der Datenschutzlinien und mehr Transparenz im Umgang mit Userdaten nahegelegt werden. Facebook hat sechs Monate für die Umsetzung Zeit.

Werner Failmann – Social-Media-Kunstfigur

Praktisch zeitgleich mit dem holprigen Social-Media-Start von Bundeskanzler Werner Faymann tauchte auf Twitter und Facebook mit Werner Failmann ein satirisch bissiges digitales Alter Ego des Kanzlers auf. Während das @teamkanzler sich noch mit dem offiziellen Social-Media-Auftritt abmühte, überflügelte der „falsche“ Kanzler den echten sowohl bei Followern als auch in der öffentlichen Wertschätzung um Längen. Wer sich hinter Werner Failmann verbirgt, ist bis heute ein wohl gehütetes Geheimnis.

Puck Meerburg – Entwickler-Talent

Der zwölfjährige Niederländer sorgte 2011 auf Internet-Konferenzen für Staunen. Mit mehreren Programmen im Apple Store steht der junge Programmierer stellvertretend für eine Generation, die sich schon in jüngsten Kinderjahren den Umgang mit Technologien aneignet. Anders als die meisten Kinder und Jugendlichen überlässt Puck das Entwickeln von Programmen aber nicht den Erwachsenen. In einer Film-Dokumentation soll das Software-Wunderkind im kommenden Jahr vorgestellt werden. In den USA hingegen machte 2011 der ebenfalls zwölfjährige Jungentwickler Thomas Suarez mit seiner Arbeit Furore.

Larry Page – Neuer alter Google-Chef

„Die tägliche Beaufsichtigung durch einen Erwachsenen ist nicht mehr notwendig". Mit diesen Worten hat Langzeit-CEO Eric Schmidt die Rückkehr von Google-Gründer Larry Page an die Konzern-Spitze im Jänner 2011 kommentiert. Nach einem eher durchwachsenen Jahr 2010 und der steigenden Bedrohung durch Facebook, wurde der Wechsel intern als Signal für „Zurück zu den Wurzeln“ und mehr Kreativität gesehen. In der Rolle als alter neuer Google-Chef blieb Page zumindest nach außen hin bislang aber farblos. Im kommenden Jahr wird er beweisen müssen, dass seine Strategie mit Google+ aufgeht.

Carol Bartz – Ex-Yahoo-Chefin

Der emotionalsten Abgang von einer Konzernspitze legte 2011 Yahoo-Chefin Carol Bartz hin. Nach der überraschenden Entlassung per Telefon am 06. September ließ Bartz in einer Reihe von Interviews öffentlich Dampf ab. So bezeichnete sie den – bekanntermaßen unglücklich agierenden – Aufsichtsrat als Ansammlung von „Blödmännern“ und meinte schließlich drastisch, man habe sie schlichtweg „verarscht“: „These people have fucked me over.“ Über die zugesagte Abfindung von 10,2 Millionen Dollar beschwerte sich die 63-Jährige jedoch nicht. Ihre Funktion im scharf kritisierten Aufsichtsrat legte sie wenige Tage nach ihrem Rauswurf ebenfalls nieder.

Leo Apotheker – Ex-HP-Chef

Ob die Geschichtsbücher über die kurze Regentschaft von Kurzzeit-HP-Chef Leo Apotheker ein gutes Wort verlieren werden, ist fraglich. Der Blick auf die Zahlen des im Oktober 2010 angetretenen Deutschen ist wenig schmeichelhaft. So büßte die Aktie unter seiner elfmonatigen Führung 40 Prozent ein, die Marktkapitalvernichtung betrog mehr als 30 Milliarden US-Dollar. Das Ende seiner Amtszeit besiegelte Apotheker mit der folgenschweren Ankündigung, die Arbeiten am zuvor teuer gekauften Palm-Betriebssystem webOS einzustellen und aus dem Tablet-, Smartphone- und schließlich PC-Geschäft aussteigen zu wollen. Nachfolgerin Meg Whitman ist nun um Schadensbegrenzung bemüht und hat bereits angekündigt, der größte Computerhersteller der Welt werde in seinem Kerngeschäft weiterhin aktiv bleiben.

Karl-Theodor Guttenberg – Ex-Verteidigungsminister

Der deutsche Verteidigungsminister mutierte im Zuge der Plagiatsaffäre rund um seine Doktorarbeit zum „ersten Minister, den das Internet gestürzt hat“, wie es der 2011 verstorbene Netzaktivist Robin Meyer-Lucht auf den Punkt brachte. Wesentlich zu seinem Rücktritt am 01. März beigetragen hatte das von Bürgern ins Leben gerufene Wiki GuttenPlag, in welchem die Plagiatsvergehen des damaligen Ministers penibel und für jeden einsehbar aufgelistet waren. Doch nicht nur Kritik firmierte sich im Netz. So hält die Facebook-Seite „Wir wollen Guttenberg zurück“ mittlerweile bei über 500.000 Mitglieder. Für Guttenberg endete das Jahr versöhnlich. Er wurde von EU-Kommissarin Neelie Kroes überraschend als EU-Berater in Internetfragen engagiert.

Siri – Sprachassistent(in)

Die beim iPhone 4S eingeführte Sprachassistentin überraschte trotz gelegentlicher Verständigungsprobleme mit einer Fülle an philosophisch-sarkastischen Antworten. Selbst Fragen, die weit unter ihrem IQ liegen, werden mit stoischer Gelassenheit beantwort. Während Google und Microsoft sich im Geheimen noch darüber ärgerten, ihrem eigenen Sprachassistenten keinen Namen und keine Identität gegeben zu haben, merkten einige US-Medien kritisch an, dass die sprechende iPhone-Hilfe nur als Frau verfügbar sei. Entwarnung kam schließlich von den Briten – bei den dort ausgelieferten iPhones ist Siri ein Mann.

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