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Digital Life
11/08/2019

Raketenfahrzeug soll 22 Jahre alten Rekord brechen

In Südafrika fuhr Bloodhound LSR über 800 km/h schnell - ein Schritt näher zum Rekord von 1228 km/h.

von David Kotrba

Landgeschwindigkeitsrekorde zählen schon seit den Anfangstagen des Automobils zu einer der Königsdisziplinen für Fahrzeugingenieure. In Großbritannien scheint die Jagd auf Geschwindigkeitsrekordtitel besonders beliebt. Nicht umsonst hat ein britischer Unternehmer das Rekordprojekt Bloodhound SSC Ende 2018 vor der Pleite gerettet. Unter dem neuen Namen Bloodhound LSR ("Land Speed Record" statt "SuperSonic Car") will das Projektteam den aktuellen Rekord von 1228 km/h - aufgestellt im Jahr 1997 - knacken. Bei aktuellen Tests in Südafrika wurde nun die Marke von 800 km/h (500 Meilen pro Stunde) überschritten, berichtet der Guardian.

Hybrid-Rakete

Das Fahrzeug Bloodhound LSR sieht ungefähr wie eine langgestreckte Rakete in der Waagrechte mit Rädern dran aus. Der Antrieb ist ein Hybrid-Raketenmotor (Kombination aus festen und flüssigen Treibstoffen) des norwegischen Rüstungskonzerns Nammo, der u.a. Antriebe für Militärraketen herstellt. Der Fahrer ist Andy Green, der Halter des bisherigen Rekords. Während bei dessen bislang schnellster Fahrt erstmals die Schallmauer durchbrochen wurde, soll Bloodhound LSR noch schneller fahren.

Fortschritte

Obwohl es das primäre Ziel ist, schneller als das Raketenfahrzeug ThrustSSC vor über 20 Jahren (760 Meilen pro Stunde) zu fahren, schielt das ehrgeizige Projektteam bereits auf die Marke von 1000 Meilen pro Stunde bzw. 1600 km/h. Das Team ist zuversichtlich, dass derartige Geschwindigkeiten an Land durch technologische Fortschritte bei Antrieb, Materialien, Fahrzeugsteuerung und Fahrzeugdesign (Computational Fluid Dynamics) möglich sind.

Ein Jahr noch

Bei den aktuellen Tests in Südafrika soll als nächstes die Marke von 600 Meilen pro Stunde (965 km/h) überschritten werden. Danach wird Bloodhound LSR zerlegt und nach Großbritannien gebracht. In einem bis eineinhalb Jahren will das Team nach Südafrika zurückkehren, um in der Kalahari-Wüste den anvisierten Rekord zu brechen.