Das VHS-Angebot zur Digitalisierung richtet sich an unterschiedliche Altersgruppen.

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Digital Life
03/11/2019

Social Media und Zivilcourage im Netz: Neue Workshops der VHS

Von Hashtags bis zu digitaler Zivilcourage: Die VHS bietet im Frühjahr verschiedene Workshops für junge Menschen und Senioren.

Was ist ein Hashtag? Wie installiert man WhatsApp? Was kann man gegen Gewalt im Netz tun? Wie funktioniert digitale Zivilcourage? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Brigitta Loucky-Reisner. Sie ist Trainerin bei Saferinternet.at und unterstützt Internet-Nutzer seit längerem beim sicheren Umgang mit digitalen Medien. Nun hält sie an der VHS im Zuge des Digitalisierung-Schwerpunkts mehrere Vorträge und Workshops – für jung und alt.

Digitale Zivilcourage

Der nächste Workshop beschäftigt sich mit Cybermobbing und digitaler Zivilcourage und richtet sich an Jugendliche. „Oft gibt es sehr couragierte Menschen, die in Notsituationen eingreifen, sich beim Online-Thema aber ohnmächtig fühlen“, sagt Loucky-Reisner. „Sie fragen sich: Was kann ich denn eigentlich tun? Diesen Menschen zeige ich verschiedene Handlungsmöglichkeiten auf“, so die Expertin.

Einen Tipp, den Loucky-Reisner auch an uns weitergibt, ist der: „Man sollte sich immer fragen, was für ein Ziel man verfolgt. Will ich einer Person helfen, die online angegriffen wird oder will ich versuchen, Kommentare zu melden, die meiner Meinung nach gegen Menschenrechte verstoßen? Oder will ich in Gegenrede treten? Jeder hat eine Fülle von Möglichkeiten und muss sich entscheiden, was er oder sie im Augenblick gerade schafft.“

Im Gegensatz zu Zivilcourage im Alltag kann man online durchaus strategisch vorgehen und sich zuerst in Ruhe überlegen, was man in einem konkreten Fall tut und wie man mithilft. Man kann sich vorbereiten und muss nicht sofort handeln.

Hashtags und WhatsApp

An der VHS Meidling findet am Dienstag, 12. März ab 8.30 Uhr ein Workshop dazu statt, an der VHS Ottakring am Freitag, 29. März ab 8 Uhr. Doch auch Seniorinnen und Senioren sollen bei Digitalisierungsfragen abgeholt werden. Im Workshop „Social Media für Einsteigerinnen und Einsteiger“ können sich Personen informieren, was die gängigsten Plattformen sind und wie sie mit ihren Enkeln in Kontakt treten können. Der nächste Workshop dazu findet am Donnerstag, 21. März an der VHS polycollege statt.

„Ein großes Thema ist hier die Nutzung von WhatsApp und was es für einen persönlich bedeutet, wenn man sich ein Smartphone kauft“, erzählt Loucky-Reisner im Gespräch mit der futurezone. „Bei vielen ist es so, dass Familienangehörige sagen, dass sie WhatsApp brauchen, um mit ihnen in Kontakt zu bleiben. In dem Workshop geht es dann darum, ihnen Funktionen zu zeigen, wie sie Nachrichten stummschalten können, oder Lesebestätigungen ausschalten. Viele wollen sich das auch ganz in Ruhe anschauen und bekommen von mir Anleitungen dazu“, so die Social-Media-Expertin.

„In der Altersgruppe 50+ ist auch Facebook ein Thema. Hier wollen viele erklärt bekommen, was ein Hashtag ist oder was bestimmte Netzwerke für sie für einen Nutzen haben. Es gibt welche, die weiter vorsichtig bleiben wollen und andere, die Social Media enthusiastisch nutzen“, sagt Loucky-Reisner.

Für viele ist es der Kontakt mit Enkeln und Kindern, der sie dazu treibt, sich ein Smartphone mit Messenger-Diensten zuzulegen. „Natürlich gebe ich ihnen auch Tipps für andere Messenger, wenn sie diese möchten. Signal wäre da eine Option, aber es wird das genutzt, was die Familie und das persönliche Umfeld verwendet.“

Wahrheit und Fake News

Am Donnerstag, 4. April, hält Loucky-Reisner noch einen Workshop an der VHS Alsergrund ab, bei dem es um die „Wahrheit im Netz“ geht. Sie erklärt dabei, was Falschmeldungen sind und warum diese oft absichtlich im Internet in Umlauf gebracht werden. Das reicht von Kettenbriefen bis hin zu Horrormeldungen.

„Ich zeige ihnen Informationsquellen, wo sie rasch herausfinden können, ob es sich um eine Falschmeldung handelt, sowie verlässliche Online-Quellen. Dazu zählt für mich auch die futurezone“, so die Expertin. Außerdem wird die umgekehrte Bildersuche erklärt, oder aber Zusatzquellen wie Hoaxmaps vorgestellt. „Es geht aber auch darum, zu diskutieren, ob Entwicklungen wie Chatbots auch nützlich sein können und wie man herausfindet, ob man mit einem echten Menschen oder einem Chatbot kommuniziert“, so Loucky-Reisner.

Der aktuelle Stand der Technologie wird genauso erklärt, wie gesellschaftliche Entwicklungen dazu. „Auch bei der Entwicklung von Social Media muss man sich als Anwender bewusst entscheiden, welche Plattformen man wie nutzt und wissen, wie sehr Algorithmen hier alles beeinflussen, was wir zu sehen bekommen. Es hilft manchmal, sich das ins Bewusstsein zu bringen.“

Im Mai geht es an der VHS weiter mit dem Schwerpunkt Digitalisierung und Postkapitalismus und im Herbst folgt eine VHS-Schwerpunkt-Reihe zum Thema Science Fiction: Dystopien, Utopien und mehr. Das genaue Programm findet sich unter https://www.vhs.at/de/digitalisierung

Dieser Artikel ist im Rahmen einer Kooperation zwischen futurezone und der VHS entstanden.