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Lebensmittelhandel

Spar testet elektronische Etiketten

Die Mini-Bildschirme können Text in drei Farben anzeigen uns sollen die Preisschilder aus Papier verdrängen. In Slowenien hat Spar bereits 2012 mit elektronischen Regaletiketten experimentiert, das System konnte damals aber nicht überzeugen, vor allem weil es mit hohen Investitionen verbunden war und die ständigen Batteriewechsel zu viel Aufwand und Belastungen für die Umwelt verursachten. Auch der Konkurrent Billa hat bereits Versuche mit elektronischen Preisschildern durchgeführt (die futurezone berichtete) und will gemeinsam mit Merkur Anfang 2016 einen neuen Anlauf in Wien starten, wie auf futurezone-Anfrage erklärt wird. In Elektronikmärkten gibt es ebenfalls bereits elektronische Preisschilder. Mit der ESL.inclusive-Lösung (Electronic Shelf Labeling), die jetzt in Wien getestet wird, sollen die Probleme, die Spar in der Vergangenheit hatte, beseitigt werden.

Hier können bis zu sieben Etiketten mit einer Batterie betrieben werden, was die Instandhaltung deutlich vereinfachen soll. Eine Batterie soll "mehrere Jahre lang" halten, sagt Spar gegenüber der futurezone. Erfahrungswerte gibt es allerdings noch nicht, da es sich bei dem System noch um einen Prototypen handelt. Ist eine Batterie leer, muss sie jedenfalls getauscht werden, da sie nicht wiederaufladbar ist. Längerfristig sollen solche Systeme ans Stromnetz angeschlossen werden. "Das ist wegen der Verkabelung aber mit hohem Aufwand verbunden", erklärt Spar-Sprecherin Nicole Berkmann gegenüber der futurezone. Auch der Preis für die elektronischen Preisschilder ist laut Spar deutlich gesunken, genaue Angaben gibt es aber nicht, da es sich noch um einen Prototypen handle.

Weniger Aufwand

Mit rund 3.000 elektronischen Etiketten wird der Spar-Markt am Campus der Wirtschaftsuniversität Wien vollständig auf die neue Technologie umgestellt. Selbst in den Tiefkühlregalen sollen sich die Minibildschirme behaupten können. Die Testphase ist auf ein Jahr angelegt, für diese Zeit hat sich Spar bei der Firma Umdasch Shopfitting, die das ESL.inclusive-System entwickelt hat, die exklusiven Nutzungsrechte im österreichischen Lebensmittelhandel gesichert. Spar erhofft sich vom Umstieg auf elektronische Preisauszeichnug eine flexiblere Preisgestaltung sowie Zeit- und Kostenersparnis durch weniger Aufwand für Mitarbeiter.

Dass die Preise künftig mehrmals täglich geändert werden, oder gar personalisierte Preisgestaltung angedacht werden könnte, schließt Spar aus. "Das ist überhaupt nicht das Thema im Lebensmittelhandel. Spar garantiert, dass es das nicht geben wird", so Berkmann. Kunden sollen ebenfalls profitieren, indem die Orientierung im Markt erleichtert wird. Vor allem die dreifärbige Anzeige sollen Aktionen und Mengenrabatte für die Kunden auf den ersten Blick erkennbar machen. Dass die Systeme gehackt werden könnten, sieht Spar nicht als Gefahr. "Wir haben die besten Sicherheitssysteme, die es gibt", sagt Berkmann.

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Markus Keßler

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