Digital Life
06.06.2014

Spotify und Drei starten Musik-Angebot

Spotify kann künftig bei Drei genutzt werden, ohne dass der Datenverbrauch belastet wird. Kritiker sehen darin einen "Frontalangriff" auf die Netzneutralität.

Der Musik-Streamingservice Spotify und der österreichische Mobilfunkanbieter Drei haben eine exklusive Partnerschaft bekannt gegeben und starten ein neues Musikangebot in Österreich. Der Preis für einen Spotify-Premium-Account bleibt dabei mit 9,99 Euro unverändert. Allerdings können Drei-Kunden das Musik-Streaming auf Smartphones und Tablets nutzen, ohne dass der anfallende Datenverbrauch in ihr Datenvolumen eingerechnet wird.

Spotify als Zusatzpaket

Um Spotify auf mobilen Devices ohne Datenverbrauch nutzen zu können, müssen Drei-Kunden Spotify-Premium als Zusatzpaket aktivieren. Die Monatsgebühr für Spotify Premium wird dann über die Handyrechnung abgerechnet. Ebenso können bestehende Spotify-Nutzer ihren Account auf das neue Drei-Zusatzpaket umstellen.

Für das Zusatzpaket besteht keine Bindungsfrist. Unter Einhaltung einer fünf-tätigen Kündigungsfrist kann zum Ende jeden Rechnungsmonats die Spotify-Drei-Kombination wieder gekündigt werden. Bei einer Neuanmeldung zu den Hallo Plus Tarifen von Drei ist das neue Zusatzpaket für die ersten sechs Monate kostenlos verfügbar.

"Keine Vorfahrt"

Für Rudolf Schrefl, CCO von Hutchison Drei Austria gliedert sich Spotify gut in das Multimedia- und Infotainment-Angebot des Mobilfunkbetreibers ein. “Durch die Partnerschaft können unsere Kunden unbegrenzt Musik streamen und brauchen sich um den Datenverbrauch keine Sorgen mehr machen”, so Schrefl am Freitag bei der Vorstellung der Zusammenarbeit. Die Netzneutralität sieht er durch das Angebot nicht gefährdet. “Spotify erhält bei der Datenübertragung keine Vorfahrt”, sagte Schrefl.

"Frontalangriff" auf Netzneutralität

Die Initiative für Netzfreiheit hingegen sieht darin sehr wohl einen klaren Bruch des Prinzips der Netzneutralität, das die Gleichbehandlung aller Daten und Dienste im Netz vorsieht. "Dieser Tarif ist ein Frontalangriff auf die Netzneutralität", sagte Thomas Lohninger, Sprecher der Initiative. Durch solche Produkte würden Hürden für den Markteintritt junger Unternehmen entstehen, heißt es in einer Aussendung. "Allgemein wird so die Bildung von Monopolen zementiert."

Für Konsumenten bedeute dies, dass sie aufgrund des mangelnden Wettbewerbs auf lange Sicht für weniger Auswahl mehr zahlen müssten, sagte Lohninger. Es bleibe Abzuwarten, ob und wie die Regulierungsbehörde RTR zu diesem Fall Stellung beziehe. Bei der RTR war am Freitagnachmittag für die futurezone niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Streaming-Umsätze wachsen stark

"Die Zusammenarbeit wird die Einnahmen für die österreichische Musikindustrie erhöhen", sagte Stefan Zilch, Managing Director von Spotify Deutschland, Österreich, Schweiz & CEE. Spotify gebe 70 Prozent der Einnahmen weiter. “Nicht nur in Österreich zeigt sich, dass die Streaming-Umsätze prozentuell am schnellsten wachsen."

T-Mobile und Deezer

Bereits seit längerer Zeit kooperiert T-Mobile Österreich mit dem Musik-Streamingservice Deezer. Von T-Mobile-Kunden kann der französische Streaming-Dienst vergünstigt genutzt werden. Allerdings wird dabei der Datenverbrauch beansprucht.