Analysis (installing) of processor in CPU socket
© Getty Images/iStockphoto / golubovy/iStockphoto

Digital Life

Student baut Mikrochips selbst in der Garage

Die Maschinen, die Konzerne wie Intel für die Produktion von Mikrochips besitzen, sind riesig, schwer und sündteuer. Dass Privatpersonen die winzig kleinen Strukturen von Prozessoren daheim auch nur annähernd nachbilden können, erscheint aus heutiger Sicht unmöglich. Ein Student der Carnegie Mellon University (Pennsylvania, USA) beweist aber das Gegenteil. Er bastelt mit Techniken aus den frühen Tagen der Computerentwicklung hausgemachte Mikrochips in der Garage seiner Eltern.

Ich kann das auch

Wie Ars Technica berichtet, formte sich bei Sam Zeloof das Interesse an der Mikrochipherstellung bereits in der Schule. "Vielleicht ist es übertriebenes Selbstbewusstsein, aber ich denke mir, dass ein anderer Mensch dahinter gekommen ist, wie es funktioniert, deshalb kann ich das auch, auch wenn es länger dauert", wird Zeloof zitiert.

Rasanter Fortschritt

Solcherart motiviert, begann Zeloof in seinem Studentenheimzimmer mit Geräten zu basteln, die früher Hightech waren, mittlerweile aber zu günstigen Preisen in Online-Marktplätzen angeboten werden. Da dem Heimbetreiber die Ausstattung spätestens bei einem Röntgengerät als zu unsicher erschien, übersiedelte er die Produktion in die elterliche Garage.

Zeloofs erster Chip hatte 6 Transistoren und wurde in 66 Schritten hergestellt. Dem Z1 folgte drei Jahre später, 2021, der Z2, ein Chip mit 1.200 Transistoren. Er wird mittels Fotolithografie hergestellt. Zeloof meint scherzhaft, er mache mit der Leistungssteigerung schnellere Fortschritte als die Chip-Industrie in ihren frühen Tagen.

Zugänglichere Technologie

Beraten wird Zeloof von Mark Rothman, einem Veteranen der Chip-Herstellung. Wegen dessen Lieblingsband "Grateful Dead" zieren nun tanzende Bären die Chips aus Zeloofs elterlicher Garage. Er hielt die hausgemachten Chips anfänglich für unmöglich herzustellen, wurde aber eines Besseren belehrt. Praktisch einsetzen lassen sich die Chips für kein modernes Gerät. Der Umstand, dass Chips zuhause herstellbar sind, inspiriert jedoch bereits eine Reihe von Menschen. Sie hoffen, dass Chip-Technologien durch Zeloofs Beispiel für die Allgemeinheit zugänglicher werden.

Zeloofs nächstes Ziel ist ein Chip, der in puncto Leistungsfähigkeit dem Intel 4004 nahe kommt, dem Anfang der 70er-Jahre vorgestellten ersten kommerziellen Mikroprozessor. Zeloof: "Ich möchte das Garagen-Silicium weiter vorantreiben und zeigen, dass wir einiges von diesem Zeug daheim machen können."

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!

Kommentare