Im Technischen Museum Wien startet die neue Sonderausstellung "Space"

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Digital Life
10/27/2013

Technisches Museum blickt in die Weiten des Alls

"Das Museum soll wieder eines zum Angreifen werden“, sagt die Direktorin des Technischen Museums Wien, Gabriele Zuna-Kratky. Das ist bei der neuen Ausstellung "Space" möglich.

Von Kaiser Franz Josef vor 104 Jahren begründet, war das Technische Museum Wien ursprünglich ein Ort der Innovation, wo neueste Erfindungen gezeigt wurden und Erfinder ihre Entwicklungen präsentierten. In den Jahrzehnten danach wurde es eine Sammlung, in der einige Gegenstände aufbewahrt und andere ausgestellt wurden. Seit geraumer Zeit versucht sich das Technische Museum wieder als Ort der Innovation zu positionieren. „Wir haben nicht nur eine Plattform, um zurück zu schauen, sondern auch eine, um in die Zukunft zu blicken“, sagt die Direktorin des Museums, Gabriele Zuna-Kratky.

Rekord-Schau Roboter

Die Roboter-Ausstellung "Maschine und Mensch", die bis Dezember verlängert wurde, hat dem Technischen Museum mit 316.000 Besuchern ein Rekordjahr beschert. Donnerstag wurde nun die neue Schau eröffnet: „Space“. Hier gibt es nicht nur einen Galileo-Satelliten zu sehen, sondern es wurde u.a. etwa auch ein Marsrover im Originalmaßstab nachgebaut, mit dem die Besucher durch eine Marslandschaft fahren können.

„Bislang hatten wir zum Thema Weltraum relativ wenig Exponate“, so Zuna-Kratky. Da das Thema Weltraum bei den Besucherbefragungen aber immer an vorderster Stelle bei Themenwünschen genannt wurde, hat man sich für diese Sonderausstellung entschieden.

Astronauten-Futter & Gyroskop

Unter anderem sieht man die dritte Stufe einer Eldo-Europa-Rakete im Original, ein Gyroskop für Menschen kann man selbst testen. Es gibt das bekannte „Astronauten-Futter“, Weltraumschlafsäcke und auch den Raumanzug des ersten und einzigen „Austronauten“ bislang, Franz Viehböck, zu sehen. Die Ausstellungsarchitektur stammt von liquifer, in die Gestaltung wurde auch die Weltraumarchitektin Barbara Imhof eingebunden.

Das Thema Space interessiert Zuna-Kratky auch privat. „Ich war einmal von den Schilderungen eines Astronauten derart angetan, dass ich mir dachte, da will ich auch hin.“ Ein Ticket ins All oder zum Mond würde sie sich aber nicht kaufen. „Das ist kaum erschwinglich.“ Einen Parabelflug würde sie schon eher machen. Skeptisch ist Zuna-Kratky aber was Leben auf dem Mars betrifft: „Das ist zwar eine schöne Vorstellung, glauben tu ich es aber nicht wirklich.“

Museum zum Angreifen

„Das Museum soll wieder eines zum Angreifen werden“, sagt Zuna-Kratky, an den künftigen Ausstellungsthemen werde bereits gearbeitet. „Die Besucher sind an Themen interessiert, die mit den Menschen zu tun haben.“ Gesundheit sei ein solches Thema, die Herz-OP, die von einem Roboter durchgeführt und ins Museum live übertragen wurde, habe ein enormes Publikumsinteresse ausgelöst.

Ausstellungsthema Verkehr

Das nächste Thema, das nach der Space-Ausstellung aufbereitet wird, sei der Verkehr. Zuna-Kratky: „Der Verkehr ist ein emotionsbesetztes Thema, das alle interessiert. Im kommenden Jahr werde man das Spannungsfeld „Mobilität", von der Lok über das Auto bis zum E-Car aufbereiten und einen neuen, interaktiven Verkehrsbereich aufbauen.

futurezone.at ist Medienpartner der Ausstellung "Space" im Technischen Museum Wien

Der Weltraum, auf 600 Quadratmeter komprimiert im Technischen Museum Wien:

Das Weltbild: Aus religiöser Sicht stand die Erde im Mittelpunkt, erst zaghaft setzte sich das heliozentrische Weltbild durch.

Maßgeblich für die Raumfahrt war die Entwicklung der Raketentechnik. Unter den Ausstellungsstücken ist unter anderem eine originale Raketenstufe.

Wie in einem Raumschiff blickt man durch Sichtfenster auf Exponate der Ausstellung

In diesem Raumanzug reiste Franz Viehböck 1991 ins All

Im Gyroskop werden die Füße festgeschnallt und die Hüfte fixiert.

Kopfstand: Im Gyroskop bewegt man sich um drei Achsen.

Zum Einstieg in das Gyroskop wird alleine die Querachse freigegeben. Wer sich traut, kann auch über zwei weitere Achsen rotieren.

Der Mars-Rover ist eine exakte Replikation eines echten Gefährts für andere Welten.

An dieser Station kann man den Marsrover steuern. Dabei kann man die Kameraperspektive wechseln oder die realitätsgetreue Funksignalverzögerung zu- oder abschalten.

Spin-Offs: Zahlreiche Haushaltsprodukte verdanken ihre Existenz speziellen Entwicklungen für die Raumfahrt.

Auf dem Pilotensitz kann man das Andocken an eine Raumstation mittels Steuerdüsen üben.

Vision einer Raumstation der Zukunft.

An dieser Station kann man durch Veränderung bestimmter Planeten-Parameter, etwa Anziehungskraft, Sauerstoff- oder Wassergehalt, einen eigenen Außerirdischen formen.

Überblick über die Weltraumausstellung "Space" im Technischen Museum Wien

Die "Space"-Kuratoren Thomas Edelmann und Jürgen Öhlinger, BMVIT-Chefin Doris Bures, TMW-Chefin Gabriele Zuna-Kratky und Projektleiterin Helene Wagner (v.li.).