Seit Jahrhunderten wollen Menschen ins All reisen. Seit 52 Jahren können sie es.

© NASA

Digital Life
10/23/2013

Technisches Museum: Der Weltraum ist gar nicht so weit weg

Die Ausstellung "Space" im Technischen Museum Wien spannt einen Bogen von der Vermessung des Universums bis zur Science-Fiction-Raumfahrt. Hier die ersten Eindrücke.

"Nach 22 Jahren haben wir endlich wieder eine Weltraumausstellung", zeigt sich Gabriele Zuna-Kratky, die Direktorin des Technischen Museums Wien, begeistert über die Ausstellung "Space", die am 25. Oktober ihre Pforten für die Allgemeinheit öffnet. 1991 fand die letzte Weltraumexposition im Technischen Museum statt, damals anlässlich der Austromir-Mission von Franz Viehböck, der ersten Reise eines Österreichers ins All.

Zwei Jahrzehnte später ist Österreich mehr denn je im Weltraum präsent. "In vielen Raumfahrt-Bereichen steckt Technik 'made in Austria' drin", meint Doris Bures. Die Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) betont bei der Presseführung, dass der Weltraum in vielerlei Hinsicht nicht so weit weg ist, wie man denkt. "Wenn Sie mit dem Auto senkrecht in die Höhe fahren könnten, wären sie in einer Stunde dort."

"Space" beleuchtet das Thema Raumfahrt aus unterschiedlichen Blickwinkeln: Historisch, technisch, politisch und kulturell. "Fiktionen und Imaginationen sind wesentliche Antriebe für die Raumfahrt", meint Jürgen Öhlinger, einer der beiden Kuratoren der Ausstellung. Zehn Monate lang wurden über 600 Quadratmeter im Technischen Museum gestaltet. Zahlreiche Interaktive Hands-On-Stationen sollen Besuchern die Raumfahrt als Erlebnis vermitteln.

Der Weltraum, auf 600 Quadratmeter komprimiert im Technischen Museum Wien:

Das Weltbild: Aus religiöser Sicht stand die Erde im Mittelpunkt, erst zaghaft setzte sich das heliozentrische Weltbild durch.

Maßgeblich für die Raumfahrt war die Entwicklung der Raketentechnik. Unter den Ausstellungsstücken ist unter anderem eine originale Raketenstufe.

Wie in einem Raumschiff blickt man durch Sichtfenster auf Exponate der Ausstellung

In diesem Raumanzug reiste Franz Viehböck 1991 ins All

Im Gyroskop werden die Füße festgeschnallt und die Hüfte fixiert.

Kopfstand: Im Gyroskop bewegt man sich um drei Achsen.

Zum Einstieg in das Gyroskop wird alleine die Querachse freigegeben. Wer sich traut, kann auch über zwei weitere Achsen rotieren.

Der Mars-Rover ist eine exakte Replikation eines echten Gefährts für andere Welten.

An dieser Station kann man den Marsrover steuern. Dabei kann man die Kameraperspektive wechseln oder die realitätsgetreue Funksignalverzögerung zu- oder abschalten.

Spin-Offs: Zahlreiche Haushaltsprodukte verdanken ihre Existenz speziellen Entwicklungen für die Raumfahrt.

Auf dem Pilotensitz kann man das Andocken an eine Raumstation mittels Steuerdüsen üben.

Vision einer Raumstation der Zukunft.

An dieser Station kann man durch Veränderung bestimmter Planeten-Parameter, etwa Anziehungskraft, Sauerstoff- oder Wassergehalt, einen eigenen Außerirdischen formen.

Überblick über die Weltraumausstellung "Space" im Technischen Museum Wien

Die "Space"-Kuratoren Thomas Edelmann und Jürgen Öhlinger, BMVIT-Chefin Doris Bures, TMW-Chefin Gabriele Zuna-Kratky und Projektleiterin Helene Wagner (v.li.).

Ein unbedingtes Muss für Besucher ist etwa der "Space Curl", ein Gyroskop, in das man sich - solange man 1,95 Meter Körperhöhe nicht überschreitet - einspannen lassen kann. In drei Bewegungsachsen rotiert man durch den Raum und soll so einen Hauch der Bewegungsfreiheit in der Schwerelosigkeit verspüren. Außerdem kann man einen Marsrover steuern - inklusive der Verzögerung, die aufgrund der großen Distanz zum Nachbarplaneten auftritt.

Unter den Exponaten der Ausstellung befindet sich unter anderem der Original-Raumanzug, den Franz Viehböck 1991 in der Raumstation Mir trug. Gezeigt wird auch die Erstausgabe des Werks "De Revolutionibus Orbium Coelestium", mit dem Nikolaus Kopernikus 1543 das heliozentrische Weltbild postulierte. Das größte Exponat ist eine originale Raketenstufe der "Eldo-Europa-Rakete". Die wahrscheinlich kleinsten sind einige Splitter Mondgestein, die Österreich von den US-Apollo-Missionen mitgebracht wurden.

Am Ende der Ausstellung kann man im Raum "Relax! in SPACE", der in Kooperation mit der VAMED Vitality World entstand, zu Klängen und Bildern aus dem All in der Horizontale entspannen. Begleitet wird "Space" durch ein Veranstaltungs- und Rahmenprogramm, zu dem spezielle Führungen, eine Filmnacht oder Workshops für Schüler und Familien zählen. Mehr Informationen zu "SPACE" erhalten Sie auf der Ausstellungs-Homepage.