FILE PHOTO: The Twitter logo and binary cyber codes are seen in this illustration

© REUTERS / Dado Ruvic

Digital Life
08/01/2020

Teenager wegen Twitter-Hack festgenommen

Nach der Festnahme eines 17-Jährigen in Florida werden nun zwei weitere junge Männer angeklagt.

Es war der größte Twitter-Hack der Geschichte. 130 prominente Accounts, darunter Bill Gates, Elon Musk, Barack Obama aber auch Accounts von Apple und Kryptobörsen, wurden kurzfristig übernommen. Sie posteten Beiträge, in denen sie User dazu aufforderten, Bitcoin an eine Adresse zu schicken, um den doppelten Betrag zu erhalten. Zumindest einige gingen in die Falle. Bitcoin im Wert von 100.000 US-Dollar kamen dabei zusammen. Nun wurde der Hauptverdächtige gefasst.

17-Jähriger als Hauptverdächtiger

Dabei soll es sich um einen 17-Jährigen im Bundesstaat Florida handeln. Gegen den „Drahtzieher“ des Hacks lägen 30 Anklagepunkte vor, erklärte Staatsanwalt Andrew Warren am Freitag vor Journalisten in Tampa. Graham Ivan C. werde von der Justiz angesichts der Schwere der Vergehen als Erwachsener behandelt, weswegen ihm eine längere Haftstrafe drohen könnte, sagte er. Er habe bei der Festnahme am Freitag in seiner Wohnung in Tampa, in der er allein gelebt habe, keinen Widerstand geleistet, sagte Warren.

Wie die Staatsanwaltschaft in San Francisco am Freitag mitteilte, wurden zudem zwei weitere Verdächtige angeklagt. Dabei handelt es sich um den 19-jährigen Mason S. aus Großbritannien und den 22-jährigen Nima F. aus Florida.
Dem Briten wird unter anderem Hacking, Betrug und Geldwäsche zur Last gelegt, dem US-Amerikaner Beihilfe zum unerlaubten Eindringen in einen Computer. Nima F., online bekannt als „Rolex“, drohen demnach bis zu fünf Jahre Haft. Dem in Großbritannien lebenden S., bekannt als „Chaewon“, könnten bis zu 45 Jahre Haft drohen.

Twitter erklärt sich

Twitter hatte sich bereits am Donnerstag in einem Blogeintrag an die Öffentlichkeit gewandt, in dem weitere Details zum Vorgehen der Hacker kommuniziert wurden. Offenbar gelang das Knacken der Accounts über den Zugang auf interne Tools. Diesen verschaffte man sich über gezielte Phishing-Anrufe auf einige Mitarbeiter. Twitter verspricht, die Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken. Das Unternehmen wurde heftig dafür kritisiert, dass ein derartiger Angriff überhaupt erfolgreich sein kann.